Bürgerinformationssystem

Vorlage - 141/2007  

 
 
Betreff: Notärztliche Versorgung im Kreisgebiet
Notarztstandort Werl - Zwischenbericht
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsvorlage - öffentlich
Federführend:Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen
19.09.2007 
Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen (offen)   

Sachverhalt

Die Notärzte im Kreis Soest werden von den Krankenhäusern im Kreisgebiet gestellt

Die Notärzte im Kreis Soest werden von den Krankenhäusern im Kreisgebiet gestellt. Mit Datum vom 27.06.2007 konnten die Verhandlungen über die Notarztvergütung im Kreis Soest mit den Krankenhäusern und den Krankenkassen erfolgreich beendet werden. Es ist ein Vertrag über zwei Jahre geschlossen worden mit dem Inhalt, dass sich die Notarztvergütung pro Standort rückwirkend zum 01.01.2007 erhöht und in 2008 nochmals um 20 % steigt.

 

Für die Standorte Erwitte, Geseke, Soest und Warstein liegt ein entsprechender Vertrag bis zum 31.12.2008 vor. Die Stadt Lippstadt hat eine entsprechende Vertragsanpassung mit den im Stadtgebiet liegenden Krankenhäusern ebenfalls bis zum 31.12.08 durchgeführt.

 

Die Geschäftsleitung des Marienkrankenhauses in Wickede hatte, zuletzt bei einem Gespräch am 24.08.2007, zugesichert, den Vertrag für den Standort Wickede in Kürze zuzusenden.  Dies ist bisher nicht erfolgt. Für den 17.09. hat der Geschäftsführer des Marienkrankenhauses die Trägergemeinschaft des NEF Wickede zu Teil-Vertragsverhandlungen über die Kosten des Fahrpersonals eingeladen.

 

Für den Standort Werl hatte die Geschäftsführung bereits mit Schreiben vom 04.06.2007 mitgeteilt, dass es dort nicht länger möglich sei, den Standort rund um die Uhr aufrecht zu erhalten. In der Zwischenzeit ist es der Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung gelungen, den Notarztdienst am Standort Werl zumindest bis zum 31.12.2007 im bisherigen Umfang sicherzustellen.

 

Um eine Sicherstellung auch über den 31.12.2007 hinaus zu gewährleisten, ist am Standort Werl eine Änderung der Notarztsystematik erforderlich. Bei der Gestellung von Notärzten sind grundsätzlich folgende Alternativen denkbar:

 

  1. Gestellungsvertrag mit dem Krankenhaus
  2. Honorarsystem
  3. Hauptamtliche Notärzte
  4. Mischsystem

Zu 1.:

Der Gestellungsvertrag mit dem Krankenhaus entspricht dem bisher im Kreis Soest praktizierten System. Wie bereits oben dargestellt, kann dieses System ab dem 01.01.2008 nicht mehr rund um die Uhr praktiziert werden.

 

 

Zu 2.:

Beim Honorarsystem werden Notärzte im Rahmen einer Nebentätigkeit für den Rettungs-dienst tätig. Sie erhalten für diese Nebentätigkeit eine entsprechende Vergütung pro Schicht. Bei der Umsetzung gibt es zwei Möglichkeiten:

 

  • Es werden Honorarverträge mit interessierten Notärzten aus dem Kreisgebiet geschlossen. Die weitere Organisation liegt dann beim Kreis.

 

  • Alternativ dazu kann auch der Notarztstandort ausgeschrieben werden. An einer solchen Ausschreibung können sich Bietergemeinschaften beteiligen, die auch die weitere Organisation des Notarztdienstes übernehmen. Praktische Erfahrungen mit einem solchen System haben bereits Nachbarkeise. Sollte es im Kreis Soest einge-führt werden, muss auf die Kenntnis der örtlichen Strukturen Wert gelegt werden.

 

 

Zu 3.:

Beim Einsatz von hauptamtlichen Notärzten sind pro Standort rund 4 Notarztstellen einzu-planen, die im Stellenplan aufzunehmen wären. Unabhängig von den hier entstehenden Kosten ist dieses System nicht wünschenswert. Notärzte, die vor Ort in Stresssituationen fachlich kompetent und qualifizierte Entscheidungen zu treffen haben, benötigen Praxis. Bei hauptamtlichen Notärzten würde sich diese dann auf die rettungsdienstlichen Einsätze be-schränken. Die Anbindung an ein Krankenhaus und die damit verbundenen vielfältigen Erfahrungen würden verloren gehen.

 

 

Zu 4.:

Auch aus den unter 3) genannten Gründen möchte der Kreis Soest möglichst an einer Einbindung der Krankenhäuser festhalten. Deshalb wird von hier ein Mischsystem aus den Alternativen 1 und 2 favorisiert.

 

Am 24.08.2007 hat diesbezüglich bereits ein Gespräch mit den Vertretern des Kranken-hauses Werl stattgefunden. Es war vereinbart, dass dort nochmals geprüft wird, in welcher Form und zu welchen Zeiten das Krankenhaus auch über den 31.12.2007 hinaus einen Notarzt stellen kann. Eine schriftliche Stellungnahme war angekündigt. Sollte diese vor der Sitzung des ORD eingehen, wird sie in Form einer Tischvorlage nachgereicht.

 

Sobald der vom Krankenhaus zu setzende Rahmen feststeht, können die Vertragsverhand-lungen über ein ergänzendes/alternatives Notarztsystem fortgeführt werden.

 

 

Über die weiteren Verhandlungen wird im Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen im November berichtet. Ergebnisse liegen bis dahin vor.