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Vorlage - 66/2011  

 
 
Betreff: Weiterentwicklung der heilpädagogischen Frühförderung im Kreis Soest
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage - öffentlich
Federführend:53 Gesundheit   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Gesundheit
26.05.2011 
Ausschuss für Gesundheit ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlagen:
Ferfahrensabläufe Frühförderung PDF-Dokument

Der Ausschuss für Gesundheits- und Veterinärwesen empfiehlt, die Verwaltung zu beauftragen, eine zentrale Koordinierungsstelle für die heilpädagogische Kinderfrühförderung beim Kreis Soest zum 01.10.2011 einzurichten.


III. Zusammenfassung

 

In den letzten Jahren sind die Aufwendungen des Kreises Soest für Leistungen der heilpädagogischen Frühförderung erheblich gestiegen (2007= 350.000 €; 2011= 580.000 €). Weil sich die Zahl förderbedürftiger Kinder kontinuierlich vergrößerte, wurde es trotz der Ausschöpfung höherer Fördermittel immer schwieriger, einen zeitnahen Beginn der Förderleistungen sicherzustellen und Wartezeiten zu verhindern. 

 

Aus Sicht des Kreises Soest als zuständigem Kostenträger erschien es daher erforderlich, das bisherige Konzept zur Frühförderung im Kreis Soest hinsichtlich mehrerer Aspekte weiter zu entwickeln:

 

  • Aufbau eines von Leistungserbringern unabhängigen Zugangssystems
  • Anwendung einheitlicher Standards beim Zugang zu den FF-Leistungen
  • Verbesserung des Controllings um die Kostenentwicklung transparent zu machen und die Steuerung des Budgets zu optimieren
  • Einführung einer trägerunabhängigen Beratung für Eltern

 

Es ist geplant, dass die Aufgabe der Eingangsdiagnostik zentralisiert und von einer neu zu schaffenden „Beratungs- und Koordinierungsstelle Frühförderung des Kreises Soest“ übernommen wird. Eltern von Kindern mit heilpädagogischem Förderbedarf stellen zukünftig nur noch dort den Antrag auf Frühförderleistungen und Kostenübernahme durch den Kreis. Dort wird dann sowohl aus fachlicher Sicht beurteilt, ob Frühförderbedarf besteht, aber auch, ob es sich um Leistungen des örtlich zuständigen Sozialhilfeträgers handelt oder ob andere Kostenträger leistungsverpflichtet sein könnten. Das Angebot soll sowohl in Räumen des Gesundheitsamtes in Soest als auch in Lippstadt stattfinden. So ist weiterhin Bürgerfreund-lichkeit gegeben. Die Anwendung einheitlicher Beurteilungsstandards wird gewährleistet.

 

Somit übernimmt der Kreis Soest das Zugangsmanagement (Erstberatung, Eingangs-diagnostik, Feststellung des Hilfebedarfs, Koordination bzw. Zuweisung zu den Leistungs-erbringern) und die Verlaufskontrolle (Entscheidung über Folgeanträge oder Beendigung der Förderung). Zusätzlich können sich Eltern oder andere Betroffene an die Beratungsstelle wenden, wenn sie zu Fragen der Frühförderung eine unabhängige Beratung wünschen.


IV. Sachdarstellung

 

Rahmenbedingungen der Frühförderung

 

Frühförderung hat zunächst einmal die Aufgabe, für Kinder mit (drohender) Behinderung und ihre Familien eine fachlich fundierte Beratung anzubieten. In der Eingangsdiagnostik geht es im Weiteren darum, Schädigungen oder Störungen in der körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Entwicklung möglichst frühzeitig zu erkennen. Durch die Förderleistungen im Rahmen der Frühförderung sollen bis zum Schuleintritt Schädigungen oder Störungen geheilt oder deren Auswirkungen gemildert und weitere Schäden verhindert werden.

 

      Aufgrund der §§ 55 Abs. 2 Ziffer 2 und 56 SGB IX - Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen - besteht für örtliche Sozialhilfeträger die vorrangige Verpflichtung zur Übernahme von Kosten für heilpädagogische Leistungen für Kinder, die noch nicht eingeschult sind. Heilpädagogische Leistungen werden überwiegend in Frühförderstellen bzw. auch freien Praxen erbracht.

      Bei krankheitsbedingten Schädigungen oder Störungen sind die Krankenkassen zuständig und Kostenträger. Leistungserbringer sind hier z.B. Hausärzte/ärztinnen, Ärzte/Ärztinnen für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiater/-Psychiaterinnen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten/-Psychotherapeutinnen.

      Darüber hinaus bieten Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) als ambulante interdisziplinäre Einrichtungen überregional Hilfe und Unterstützung für Kinder mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen bzw. von Behinderung bedrohten Kindern an. Sie stehen fachlich und medizinisch unter ständiger ärztlicher Aufsicht und es werden, anders als in Frühförderstellen, Kinder und Jugendliche jeden Alters behandelt.

 

 

Situation im Kreis Soest

 

Die heilpädagogische Frühförderung basiert seit vielen Jahren auf der Zusammenarbeit des Kreises Soest mit den beteiligten Wohlfahrtsverbänden, die zwei Frühförderstellen mit den Standorten in Lippstadt (Lebenshilfe Lippstadt e.V.) und Soest (Caritasverband für den Kreis Soest e.V.) betreiben. Seit März bzw. April 2009 erbringen ergänzend zwei freie Frühförderpraxen heilpädagogische Leistungen für den Kreis Soest mit den Standorten Lippstadt/Bad Waldliesborn und Soest.

Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) gibt es in Paderborn und Bielefeld bzw. auch in Unna und Dortmund.

 

 

Kostenentwicklung

 

Die Finanzierung von heilpädagogischen Frühfördermaßnahmen erfolgt im Kreis Soest durch eine Pauschalförderung. Dazu wurden mit den Trägern der beiden Frühförderstellen Verträge abgeschlossen, wonach eine Pauschalförderung von Personal und Sachkosten für die beiden Frühförderstellen in Lippstadt (Lebenshilfe) und Soest (Caritas) stattfindet. Mit den Praxen wurden Vergütungsvereinbarungen geschlossen, die eine Einzelfallabrechnung mit festen Leistungswerten vorsehen, die aber auch budgetiert sind.

Seit 2007 haben ständig steigende Anmeldezahlen in den beiden Frühförderstellen dazu geführt, dass zur Vermeidung von unangemessenen Wartezeiten bis zu einem ersten Gespräch bzw. bis zum Beginn der Förderleistungen kontinuierlich zusätzliches Personal eingesetzt werden musste. Aus diesem Grund wurden - nach 350.000 € im Jahr 2007- im Jahr 2009 bereits insgesamt 500.000 € aus Haushaltsmitteln für die Frühförderung zur Verfügung gestellt. Darin enthalten war erstmals ein Budget von 50.000 € zur Erbringung von heilpädagogischen Frühförderleistungen durch die beiden heilpädagogischen Praxen, in denen im März bzw. April 2009 mit der Förderung begonnen werden konnte.

Schaubild 1 : Kostenentwicklung in der heilpädagogischen Frühförderung im Kreis Soest (2007-2011)

 

Der Trend von steigenden Wartezeiten hielt im Jahr 2010 unvermindert an, sodass im Haushalt weitere 50.000 € zur Erhöhung des Budgets der beiden Praxen auf nunmehr 100.000 € Verfügung gestellt wurden (Gesamtbudget im Jahr 2010: 550.000 €). Zum Ende des Jahres 2010 signalisierten die Frühförderstellen jedoch ein erneutes Ansteigen der Wartezeiten. Deshalb wurde für das Jahr 2011 das Budget um weitere 30.000 € (für die Frühförderstellen 16.000 € und die Praxen 14.000 €) erhöht. Das Gesamtbudget für 2011 stieg damit auf 580.000 € (siehe Schaubild).

 

 

Fallzahlenentwicklung im Jahr 2010

 

Das gesamte Leistungsgeschehen der heilpädagogischen Frühförderung wird in einer Datenbank erfasst, die durch den Kreis Soest in Kooperation mit der KDVZ im Jahr 2010 erstellt wurde. Eine Auswertungsfunktion erlaubt Aussagen über die Anzahl der in den Frühförderstellen und Praxen geförderten Kinder und für jede Einrichtung Aussagen über die Anzahl beendeter oder abgeschlossener Hilfen bzw. auch über die Anzahl begonnener Hilfen.

 

Ergebnisse für 2010:

 

  • bei 64 Kindern wurden Frühfördermaßnahmen beendet oder abgeschlossen,
  • 101 Kinder wurden neu in die Frühförderung aufgenommen und
  • 32 Kinder wurden untersucht, ohne dass ein Frühförderbedarf festgestellt wurde.
  • Bei 61,8 % Kinder dauerten die Fördermaßnahmen mindestens ein Jahr. Für diesen Anteil konnten keine neuen Kinder aufgenommen werden.
  • Insgesamt haben im Jahr 2010 in den Frühförderstellen oder Praxen im Kreis Soest 152 Kinder Leistungen der ambulanten heilpädagogischen Frühförderung erhalten.
  • Die Zuweisung neuer Kinder erfolgte überwiegend (72%) auf Veranlassung von KinderärztInnen oder Erzieherinnen in Tageseinrichtungen.

 

 

Weiterentwicklung der heilpädagogischen Frühförderung im Kreis Soest durch Einrichtung einer zentralen „Koordinierungsstelle der Kinderfrühförderung“.

 

 

Stand 2011

 

Derzeit erfolgt die Antragstellung in den Frühförderstellen oder den Praxen. Dort werden die Eltern beraten und es erfolgt gegebenenfalls die Eingangsdiagnostik mit anschließender Feststellung des vorliegenden Hilfebedarfs sowie eine Empfehlung zum Umfang der erforderlichen Förderung. Diese Empfehlung wird vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst (KJÄD) der Abteilung Gesundheit des Kreises Soest geprüft, genehmigt oder aber bzgl. der Art und des Umfangs der Hilfe korrigiert. Getrennt nach dem Zuständigkeitsgebiet (Soest bzw. Lippstadt) findet dann seit Anfang 2011 eine Besprechung zwischen einer Ärztin des KJÄD und Mitarbeiterinnen der jeweiligen Frühförderstelle und Praxis statt. Dort wird entschieden, welches Kind als nächstes gefördert werden kann.

In diesem Verfahrensablauf ist durch die späteren Leistungserbringer (Frühförderstellen oder -praxen) schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt eine „Vorentscheidung“ über Art und Umfang der Hilfen gefallen, auch wenn diese Entscheidung in die Zuständigkeit des Kreises Soest als Sozialhilfeträger fällt.

 

 

Einrichtung einer zentralen „Beratungs- und Koordinierungsstelle Frühförderung“

 

Nicht nur im Kreis Soest sind die Kosten für heilpädagogische Leistungen in den letzten Jahren aufgrund einer gestiegenen Nachfrage und offensichtlich auch längerer Förderzeiten stetig gestiegen. Aus diesem Grund sind viele Sozialhilfeträger in Westfalen-Lippe dazu übergegangen, die trägerunabhängige Zugangssteuerung zu den Leistungen der heilpädagogischen Frühförderung (Beratung, Anamnese und Diagnostik) in eigener Regie zu übernehmen. In den Kreisen Warendorf, Unna und im Hochsauerlandkreis wird diese Trennung von Diagnostik (Sozialhilfeträger) und Leistungserbringung (Freie Träger) beispielsweise seit Jahren erfolgreich praktiziert.

Die Einrichtung einer zentralen „Beratungs- und Koordinierungsstelle Frühförderung“ beim Kreis Soest würde eine weitere Verbesserung der Leistungsqualität der heilpädagogischen Frühförderung zur Folge haben. Bei Beratung, Anamneseerstellung und Diagnostik sowie bei der Festlegung des individuellen Hilfebedarfs und des erforderlichen Förderumfangs kann so eine einheitliche Vorgehensweise bei gleichen Standards im Kreisgebiet erreicht werden.

 

 

Tätigkeitsbereiche / Aufgaben der „Beratungs- und Koordinierungsstelle“

 

Bisher können sich Eltern nur an die Leistungsanbieter wenden, wenn sie sich über Frühförderleistungen informieren wollen. Zukünftig soll dies auch in der „Beratungs- und Koordinierungsstelle Frühförderung“ im Kreis Soest ermöglicht werden. Eltern können sich dort anbieterneutral über das gesamte Hilfespektrum mit allen eventuellen sozialen, pädagogischen, psychologischen, medizinischen und therapeutischen Hilfen informieren. Dabei werden insbesondere auch mögliche Hilfen anderer Rehabilitationsträger in den Blick genommen, um sicherzustellen, dass die Nachrangigkeit von Sozialhilfeleistungen beachtet wird.

Wird ein Antrag auf Leistungen zur Frühförderung gestellt, findet dort eine Abklärung im Sinne einer Eingangsdiagnostik statt. Auf der Grundlage der festgestellten Hilfebedarfe wird dann entweder an vorrangige Reha-Träger verwiesen oder eine Empfehlung zum notwendigen Umfang der heilpädagogischen Frühförderung gegeben. Soweit erforderlich findet eine abschließende Besprechung der Förderempfehlungen mit einer Ärztin des KJÄD statt. Folgeanträge werden hier ebenfalls bearbeitet und analog zu den Erstanträgen entschieden.

Die Abstimmungsgespräche mit den Frühförderstellen und Praxen zur Zuweisung der Kinder nach Feststellung des Förderbedarfes werden zukünftig von der „Beratungs- und Koordinierungsstelle“ übernommen.

Die „Beratungs- und Koordinierungsstelle Frühförderung“ soll ständiger Ansprech- bzw. Kooperationspartner u.a. für Kinderärzte/innen, Kindertageseinrichtungen, Sozialpädiatrische Zentren oder Fachkliniken sein. Synergieeffekte werden durch den Aufbau von Netzwerkarbeit mit allen beteiligten Institutionen erschlossen und weiterentwickelt.

Zur Erfassung des Leistungsgeschehens in der heilpädagogischen Frühförderung im Kreis Soest sind kontinuierlich einzelfallbezogene Daten zu erheben und auszuwerten. Dadurch sollen künftig differenziertere Aussagen zur Entwicklung des Bedarfs aber auch zum Erfolg der Fördermaßnahmen möglich sein.

 

 

Ermittlung des Aufwandes für die Aufgabenwahrnehmung

 

Auf der Basis der genannten Aufgaben wurde eine Abschätzung des Personalaufwandes vorgenommen, die in der folgenden Tabelle wiedergegeben ist.

 

Zeitlicher Aufwand bzw. Stellenanteile
für die Anlauf-, Diagnose- und Koordinierungsstelle

 

Aufgabenbereiche

Kinder

Leistungs-
dauer
in Minuten

Zeitaufwand
insgesamt

Stellen-
anteil 2*

 

 

Min.

Min.

Std.

%

Fall-
bezogene
Tätigkei-ten

Erstkontakt, Erstgespräch

220

45

9.900

165

10%

Beratung und Anamnese 1* 

199

120

23.880

398

26%

Eingangsdiagnostik 1*

199

210

41.790

697

44%

Koordination / Zuweisung 1*

144

20

2.880

48

3%

Diagnostik bei Folgeanträgen (10%) 1*

14

60

840

14

1%

Wegezeiten
(bei ca. 30 % v. Beratung, Anamnese)

126

45

5.670

95

6%

Dokumentation

199

20

3.980

66

4%

Nicht
fall-
bezogene
Tätigkei-ten

Kooperation und Netzwerkarbeit
(Kinderärzte, KiTa´s, SPZ´s)

 

 

 

50

3%

Interne Kooperation
(Frühe Hilfen)

 

 

 

50

3%

 

Summe

 

 

88.940

1.581

100%

*1 =  Daten aus 2010

 

 

 

 

 

*2 = bei angenommenen 1581 Std./Jahr für tariflich Beschäftigte lt. KGST

 

 

 

 

Tab. 1 : Berechnung des Personalaufwandes für die zentrale Beratungs- Koordinierungsstelle Frühförderung

Die aufgeführten Zeitanteile wurden aufgrund der Erfahrungen der Frühförderstellen/-praxen und des KJÄD ermittelt. Danach wurde den einzelnen Tätigkeiten eine Leistungsdauer in Minuten zugeordnet und mit der Zahl der erwarteten Leistungen auf ein Jahr hochgerechnet,  um so den Stellenbedarf zu ermitteln.

 

 

 

Kurzerläuterung zur Tabelle:

      Beim Erstkontakt ist aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre von ca. 220 Gesprächen auszugehen bei einem Zeitaufwand von durchschnittlich 45 Minuten.

      Für die eingehende Beratung der Eltern und die Erhebung einer Anamnese ist ein Zeitaufwand von 120 Minuten einzusetzen.

      Für die Eingangsdiagnostik werden jeweils 210 Minuten benötigt.

      Die Koordination und Zuweisung der Kinder auf freie Plätze in den Frühförderstellen bzw. Praxen erfordert jeweils 20 Minuten.

      Erfahrungsgemäß ist bei ca. 10 Prozent der Hilfen von einem Folgeantrag auszugehen, für dessen Prüfung 60 Minuten einzusetzen sind.

      Wenn Leistungen der heilpädagogische Frühförderung möglichst alle förderbedürftigen Kinder erreichen sollen, sind in einem Flächenkreis und mit Blick auf die nötige  Nie-drigschwelligkeit der Hilfen Wegezeiten für die aufsuchende Arbeit einzusetzen (Hausbesuche, Kooperation mit Kindertageseinrichtungen, Kinderärzten / innen Fahrten zw. Soest und Lippstadt etc.). In ca. 30% der Leistungen bei Erstberatung, Beratung und Anamnese (126 Fälle) ist dafür ein Zeitaufwand von durchschnittlich 45 Minuten anzunehmen.

      Für eine gesicherte Datenlage mit Hinweisen auf Entwicklungen bzw. eventuelle Handlungsbedarfe bedarf es einer sorgfältigen Dokumentation. Hier wird von einem Zeitaufwand von 20 Minuten für jede Förderung ausgegangen.

      Die nichtfallbezogenen Tätigkeiten werden mit einem Gesamtaufwand von 100 Stunden pro Jahr geschätzt.

 

Die Aufgabenwahrnehmung in der geplanten „Beratungs- und Koordinierungsstelle Frühför-derung“ beim Kreis Soest erfordert die Schaffung einer Vollzeitstelle. Das damit verbundene fachliche Anforderungsprofil erfüllen Heilpädagogen/innen (Diplomheilpädagogin/e und

staatlich anerkannte/r Heilpädagogin/e).

 

Die jährlichen Personalkosten betragen für eine Stelle lt. KGSt (M 8/2010: Kosten eines Arbeitsplatzes, Stand 2010/2011): Entgeltgruppe S 8: ca. 45.200 €.

Eine Erhöhung der Stellenzahl in der Abteilung Gesundheit ist damit nicht verbunden, weil in anderen Bereichen entsprechende Personaleinsparungen vorgenommen wurden. 

 

 

Zu erwartende Effekte

 

Der Kreis Soest kann zukünftig die Aufgaben der Beurteilung von Notwendigkeit und Umfang der Fördermaßnahmen erfüllen, weil er als Kostenträger das Zugangsverfahren zu den Hilfen übernimmt. In Anlage 1 sind Darstellungen des bisherigen und des künftigen Verfahrens als Ablaufdiagramme gegenübergestellt.

Durch die konsequente Prüfung vorrangig zuständiger Kostenträger können voraussichtlich in einigen Fällen Krankenkassen als Leistungsträger herangezogen werden.

Es kann eine unabhängige Beratung für Eltern und Institutionen angeboten werden. Es entsteht eine zentrale Vernetzungsstelle für alle an der Frühförderung Beteiligten. Es steht kreisweit für alle Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürger eine neutrale Ansprechstelle für alle Fragen der ambulanten Frühförderung zur Verfügung.

Bisher ist auffällig, dass die durchschnittliche Förderdauer zwischen den Einrichtungen unterschiedlich ist. Durch die Anwendung einheitlicher Standards bei der Beurteilung des Förderbedarfs ist von einer Homogenisierung auszugehen.

Durch eine Zentralisierung des Controllings werden positive Auswirkungen für die künftige Steuerung dieses Hilfebereiches erwartet.