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Vorlage - 64/2011  

 
 
Betreff: Kinder- und Jugendförderplan 2009 - 2014
Projekt 2011/12 "Jugend braucht Lebensräume"
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage - öffentlich
Federführend:51 Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss
23.05.2011 
Jugendhilfeausschuss ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

Der Jugendhilfeausschuss befürwortet das Projekt „Jugend braucht Lebensräume“ und beauftragt die Verwaltung mit der kurzfristigen Umsetzung. Die Verwaltung des Jugendamtes wird zudem beauftragt, einen Antrag an den Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW zu stellen


III. Zusammenfassung

 

Der Kinder- und Jugendförderplan des Kreisjugendamtes Soest für die Legislaturperiode

2009 – 2014 wurde am 1. Februar 2010 durch den Jugendhilfeausschuss beschlossen. Dieser Förderplan sieht die Möglichkeit vor, auf besondere Erfordernisse in der Kinder- und Jugendarbeit einzugehen und Projektmittel ausschließlich durch Beschluss des Jugendhilfeausschusses zur Verfügung zu stellen. Hiermit sollen auf dringende auch kurzfristig entstandene Bedarfssituationen reagiert werden können. Für das Haushaltsjahr 2010 sind Projektmittel in Höhe von 80.000 € im Kinder- und Jugendförderplan kalkuliert.

 

Bereits während der Bereisung aller Städte und Gemeinden im Kreis Soest zur Aufstellung des Kinder- und Jugendförderplans ist in allen Kommunen der dringende Bedarf geäußert worden, die Situation von Jugendlichen an sog. „informellen Treffpunkten“ aufzugreifen. Lärmbelästigungen, Sachbeschädigungen und zahlreiche Beschwerden seitens der Anwohner führen regelmäßig zu Beschwerden in den Kommunen. Die Angebote der Jugendzentren in den Kommunen wird von den Jugendlichen genutzt. Sie wollen sich jedoch auch außerhalb festgelegter Einrichtungsregelungen treffen. Im Jahr 2010 ist über den Landschaftsverband Westfalen-Lippe ein Antrag an den Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW gestellt worden unter dem Themenschwerpunkt „Jugendarbeit mobil“. Die Auswertung des Projektes hat ergeben, dass in allen Kommunen ein dringender Bedarf besteht, mit Jugendlichen an ihren informellen Treffpunkten zu arbeiten.

 

Grundlegende Handlungskonzepte zur Entwicklungsbegleitung und zum Schutz von Jugendlichen in der Jugendphase, insbesondere für informelle Treffpunkte, sind erforderlich. Aktive Beteiligung, das Ansetzen an ihren Interessenlagen und gleichzeitig generationsübergreifende Lösungsansätze für ein gemeinsames Leben in der Gesellschaft sind zu erarbeiten. Das Projekt „Jugend braucht Lebensräume“ soll gemeinsam mit den Jugendarbeitern in den Städten und Gemeinden und externer fachlicher Moderation dieses Handlungskonzept erarbeiten. Ein Antrag zur Förderung aus dem Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW wird ergänzend gestellt.

 

 

 


IV. Sachdarstellung

 

Zur Aufstellung des Kinder- und Jugendförderplans des Kreisjugendamtes 2009 – 2014 sind Bedarfsanalysen im Rahmen einer Bereisung aller Städte und Gemeinden sowie Abstimmungsgespräche vor Ort durchgeführt worden. In diesem Zusammenhang konnte für alle 11 Städte und Gemeinden im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes Soest eine deutliche Zunahme sog. „informeller Treffs“ festgestellt werden. Informelle Treffs sind dadurch charakterisiert, dass sich Jugendliche unverbindlich (überwiegend) auf der Straße, auf Schulhöfen oder in Parks treffen. Informelle Treffs führen häufig zu Beschwerden bei örtlichen Ordnungsämtern, in der Regel hinsichtlich der Lärmbelästigung oder weil Sachschäden entstehen. In der Folge werden die informellen Treffs durch die Ordnungsämter/Polizei aufgelöst, wobei die Grundproblematik bleibt. Die Jugendlichen erkunden dann innerhalb ihrer Gemeindegrenzen neue Plätze, an denen sie sich „ungestört“ treffen können. Erneute Beschwerden von Anwohnern führen in der Regel wieder zu Platzverweisen.

 

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, wurde als besonderer Handlungsschwerpunkt die aufsuchende Arbeit in den Kinder- und Jugendförderplan aufgenommen. Aufsuchende Arbeit ist sowohl ein Schritt in die partizipatorische Beteiligung von Jugendlichen als auch ein entwicklungsbegleitender Prozess.

 

Gespräche mit Verantwortlichen der Kommunen im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes haben eindeutig aufgezeigt, dass Jugendliche im Kreis Soest einen hohen Bedarf an Treffmöglichkeiten im öffentlichen Raum haben. Die Auswertung des Projektes in 2010 „Jugendarbeit mobil“ hat dies bestätigt.

 

Generationsübergreifende Konflikte über die unterschiedliche Nutzung der öffentlichen Räume sind deutlich geworden. Um den Schutzauftrag gegenüber Jugendlichen wahrzunehmen, Risiken in ihren freigesuchten informellen Treffpunkten begegnen zu können, und ihre Entwicklung zu fördern, ist es erforderlich, spezifische Handlungskonzepte zu entwickeln und methodisches Handeln auszuweiten.

 

Das Projekt „Jugend braucht Lebensräume“ soll dieses Handlungskonzept erarbeiten. Das Projekt soll kurzfristig im Juli 2011 starten. Pädagogische Fachkräfte sollen die Jugendlichen/Jugendgruppen an ihren informellen Treffpunkten aufsuchen und sie für die Zusammenarbeit in einer Projektgruppe gewinnen. Die Projektgruppe der Jugendlichen wird durch die eingesetzten pädagogischen Fachkräfte und dem vor Ort tätigen Jugendarbeiter/Jugendarbeiterin gebildet. An der Projektgruppe sollen Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren teilnehmen. Sie sollten in der Kommune wohnen. Die Gruppe sollte zudem aus weiblichen und männlichen Jugendlichen bestehen. Um mit den Jugendlichen Themen wie Eigenverantwortung, Weiterentwicklung ihrer sozialen Kompetenzen und ihrer gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten zu erarbeiten, werden über den Zeitraum von 6 Monaten gezielte Angebote zu diesen Themen stattfinden.

Um die Methodenkompetenz der Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter vor Ort zu erhöhen, sie gezielt in der aufsuchenden Arbeit zu unterstützen und gemeinsam ein fundiertes Handlungskonzept zu erarbeiten, ist zusätzliches externes Expertenwissen erforderlich.

 

Das Projekt wird alle Kommunen umfassen. Es ist zunächst bis Dezember 2011 vorgesehen.

 

 

 

 

 


 

Die Kosten umfassen

 

Honorarkosten pädagogische Fachkräfte
10 h/Woche (Arbeit mit Projektgruppen und sonstigen
für 26 Wochen/6 Monate Beteiligten vor Ort, Workshops
à 20 € und administrative Aufgaben)

 

36.400 €

.Honorarkosten externe fachliche Begleitung 21.500 €

.Kosten für Maßnahmen, Veranstaltungen, Workshops10.000 €

 Gesamtausgaben für 11 Kommunen67.900 €