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Vorlage - 124/2007  

 
 
Betreff: Fortführung der Naturdenkmalverordnung im Innenbereich der Stadt Lippstadt
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage - öffentlich
Federführend:Natur- und Landschaftsschutz   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz
18.09.2007 
Ausschuss für Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss
18.10.2007 
Kreisausschuss ungeändert beschlossen   
Kreistag
13.12.2007 
Kreistag ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlagen:
Anlagen Nd-Verordnung Lippstadt  
Entwurf Naturdenkmalverordnung  

„Der Kreistag beschließt die Neufassung der „Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Ausweisung von Naturdenkmalen und geschützten Landschaftsbestandteilen im Innenbereich der Stadt Lippstadt und ihrer Ortsteile“ in der vorgelegten Fassung

„Der Kreistag beschließt die Neufassung der „Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Ausweisung von Naturdenkmalen und geschützten Landschaftsbestandteilen im Innenbereich der Stadt Lippstadt und ihrer Ortsteile“   in der vorgelegten Fassung

(s. Anlage)“

 

 

In der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Ausweisung von Naturdenkmalen und geschützten Landschaftsbestandteilen im Innenbereich der Stadt Lippstadt und ihrer Ortsteile vom 17

In der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Ausweisung von Naturdenkmalen und geschützten Landschaftsbestandteilen im Innenbereich der Stadt Lippstadt und ihrer Ortsteile vom 17.12.1987 waren insgesamt 70 Objekte als Naturdenkmal oder geschützter Landschaftsbestand ausgewiesen worden.

Nach § 32 Ordnungsbehördengesetz tritt diese Verordnung jetzt  nach einer Laufzeit von 20 Jahren automatisch außer Kraft. Zur Aufrechterhaltung des Schutzes dieser Bäume ist der Erlass einer entsprechenden Folge-Naturdenkmal-Verordnung für Lippstadt erforderlich.

 

Zur Vorbereitung einer neuen Naturdenkmal-Verordnung wurden alle bisher in den bebauten Ortslagen von Lippstadt unter Schutz gestellten Bäume sowie weitere in Frage kommenden Bäume einer gründlichen Prüfung durch in Baumschutzfragen besonders geschulte Mitarbeiter unterzogen, ob tatsächlich die gesetzlichen Anforderungen für eine Unterschutzstellung erfüllt werden.

Es zeigte sich dabei, dass die seinerzeit angelegten Maßstäbe zu großzügig anlegt waren,  und dass verschiedene Bäume aus heutiger Sicht nicht die strengen Gesetzeskriterien erfüllen. 

 

Bäume können nach § 22 Landschaftsgesetz als Naturdenkmal ausgewiesen werden, soweit ihr besonderer Schutz wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit erforderlich ist.

Als Ausweisungskriterien werden hier regelmäßig herangezogen:

Alter und Stattlichkeit des Baumes, Habitus (insbesondere Kronenentwicklung), Wuchsform, Seltenheit des Baumes, Schönheit und Ortsbild prägende Wirkung, Vitalität, Standortverhältnisse oder geschichtliche Bedeutung (z. b. Thingeiche, Tanzlinde Galgenbaum o. ä.). Vereinfacht gesagt muss sich ein Naturdenkmal also durch sein Erscheinungsbild sehr deutlich von einem „Allerweltsbaum“ unterscheiden.

 

Die Ausweisung von Bäumen als geschützte Landschaftsbestandteile wird in erster Linie vorgenommen, soweit dies zur Belebung, Gliederung oder Pflege des Orts- und Landschaftsbildes erforderlich ist. Als belebende und gliedernde Elemente für den innerörtlichen Bereich kommen sowohl Einzelbäume als auch Baumgruppen oder Baumreihen in Betracht.

 

 

 

 

Als Auswertungsergebnis der umfassenden Überprüfung ist festzuhalten, dass lediglich 21 Einzelobjekte im Innenbereich von Lippstadt diesen Gesetzeskriterien genügen

(s. beigefügter Verordnungsentwurf + Anlage).

Nicht mehr berücksichtigt wurden  z. B. geringmächtige Bäume, Bäume mit einseitigem oder schlechtem Kronenaufbau oder Bäume in einem schlechten Erhaltungszustand

(s. beigefügte Negativliste und Fotos von nicht mehr naturdenkmalwürdigen Bäumen).

Einige Bäume aus der alten Naturdenkmalliste mussten bereits in den letzten 20 Jahren aus Verkehrssicherungsgründen beseitigt werden. 2 geschützte Eichen in Bad Waldliesborn waren gar im Jahr 2005 von den Grundstückseigentümern widerrechtlich gefällt worden.

 

Neben den zu beteiligenden Trägern öffentlicher Belange wurden im Juni 2007 alle betroffenen Grundstückseigentümer zu der beabsichtigten Neuausweisung befragt. Von keiner Seite wurden konkrete Einwände gegen die Unterschutzstellung vorgebracht. Auch die  Stadt Lippstadt hat völlig auf die Abgabe einer Stellungnahme verzichtet.

Es ist daher davon auszugehen, dass die vorgesehene Folge-Naturdenkmalausweisung in einem breiten Konsens erfolgen wird.