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Vorlage - 185/2015  

 
 
Betreff: Bedarfsplanung zur Betreuung in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege im Kindergartenjahr 2016/2017
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsvorlage - öffentlich
Federführend:51 Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss
20.10.2015 
Jugendhilfeausschuss (offen)   

Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 2 zu TOP 2  

III. Zusammenfassung

 

Jährlich erstellt das Kreisjugendamt Soest eine aktualisierte Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung zur Umsetzung des Kinderbildungsgesetzes und des Kinderförderungsgesetzes.

 

Die Planung erfolgt in einem fortlaufenden Prozess, diesjährig beginnend im Mai 2015 mit der Abfrage der aktuellen Geburtenzahlen in den Städten und Gemeinden zum Stichtag 31. Mai 2015. In einem nächsten Schritt wurden die Daten im Juli 2015 überprüft, ausgewertet und analysiert. Das Ergebnis wurde den jeweiligen Kommunen noch im Juli 2015 zur Verfügung gestellt und um Stellungnahme gebeten.

 

Seit vergangenem Kindergartenjahr ist der öffentliche Jugendhilfeträger verpflichtet, einen sogenannten „kita-scharfen“ Beschluss durch den Jugendhilfeausschuss vorzulegen, der jede einzelne Platzpauschale unter Angabe von Gruppentyp und Stundenbuchung beinhaltet. Diese Konkretisierung ist erst nach Auswertung der strukturierten Anmeldung mit der Kita-Karte möglich, dies erfolgt im Februar 2016 und wird in den erforderlichen Beschluss umgesetzt. Die Jugendhilfeausschusssitzung zum Bedarfsplan und der erforderlichen Beschlussfassung erfolgt im März 2016.

 

Mit dieser Vorlage stellt die Verwaltung des Kreisjugendamtes Soest dem Jugendhilfeausschuss den aktuellen Planungsstand vor und skizziert erste Planungsergebnisse.


IV. Sachdarstellung

 

Die Bedarfsplanung zur Betreuung in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege im Kindergartenjahr basiert maßgeblich auf einer aktuellen Auswertung der Geburten in allen Städten und Gemeinden, für die das Kreisjugendamt Soest zuständig ist.

 

In der Anlage wird die Auswertung pro Kommune ausgewiesen (s. Anlage 1).

 

Für das gesamte Kreisjugendamt Soest zeigt sich folgendes Ergebnis:

 

 

 

 

Besondere Beachtung findet hierbei die Entwicklung der Gruppe der Kinder im Alter über 3 Jahren. Noch im Vorjahr lag der Wert „Platzbedarf Ü3“ bei 3.887 für das Kindergartenjahr 2016/2017, mittlerweile bei über 4.000 Plätzen. Der Zuwachs ist in ähnlicher Höhe in allen Kindergartenjahren feststellbar und entspricht auch den Rückmeldungen aus den einzelnen Kommunen, dass ein erhöhter Bedarf in der Betreuung von Kindern Ü3 zu erkennen ist.

 

Für die Kinder U3 ist eine Erhöhung im Platzbedarf um insgesamt 43 Plätze feststellbar. Hier ist aufgrund des umfassenden U3-Ausbaus die Sicherstellung des Platzbedarfs in Höhe von 37 % gesichert. Fraglich ist jedoch, inwieweit sich der Wegfall des Anspruchs auf das Betreuungsgeld auswirken wird. Hier sind die Rückmeldungen aus den Anmeldeverfahren vor Ort zugrunde zu legen.

 

Für die Kinder im Alter über 3 Jahren sind die erhöhten Platzbedarfe über Zusatzaufnahmen abzudecken, die jedoch 2 Risikofaktoren unterliegen:

 

  • Zunahme der Integration in Regeleinrichtungen

 

und

 

  • Zuweisung von Kindern aus Flüchtlingsfamilien.

 

 

 

Für das Kindergartenjahr 2014/2015 wurden 324 Anträge auf Einzelintegration in Regeleinrichtungen gestellt, dies sind über 70 mehr als noch zwei Jahre zuvor. Dies stellt insofern einen Risikofaktor dar, als dass in den Gruppen, in denen integrativ gearbeitet wird, keine Zusatzplätze für Ü3-Kinder möglich sind.

 

Ein Faktor für die Berechnung von zusätzlichen Betreuungsplätzen für Flüchtlingskinder existiert nicht. Es ist nicht bekannt, wie viele Kinder in den kommenden Monaten den Kommunen im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes Soest zugewiesen werden. In enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden wurden für das Jahr 2016 bereits 22 Brückenprojekte für Flüchtlingskinder beantragt, um bis zu 110 Kinder niederschwellig und unter Begleitung ihrer Eltern an die institutionelle Kindertagesbetreuung heran zu führen (s. Anlage 2).

 

Im September 2015 wurden die Auswertungen der Geburtenzahlen und die genannten Risikofaktoren eingehend mit den Trägern von Kindertageseinrichtungen sowie in den Bereisungsterminen vor Ort mit den Leitungen von Kindertageseinrichtungen, Elternvertretungen, Vertreterinnen und Vertretern der Spielgruppen sowie Tagespflegepersonen besprochen.

 

Es entstand Konsens in allen Gesprächen, dass die Anmeldewochen bereits in den November 2015 vorgezogen werden, um rechtzeitig über die Bedarfslage Kenntnis zu erlangen. Hierüber werden die Eltern insbesondere im Zuge des Versands der Kita-Karten hinreichend informiert.

 

Über das Ergebnis des Anmeldeverfahrens und der daraus resultierenden Platzpauschalen erhalten die Mitglieder des Jugendhilfeausschuss Anfang März 2016 die entsprechende Beschlussvorlage.