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Vorlage - 32/2013  

 
 
Betreff: Entwicklungstendenzen im Bereich der Hilfe zur Pflege
a) Pflegeplanung
b) Umsetzung Pflegeberatungsteam/ Kennzahlen, Ausgangssituation 2012
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsvorlage - öffentlich
Federführend:50 Soziales   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Soziales
21.02.2013 
Ausschuss für Soziales (offen)   

Sachverhalt

I. Zusammenfassung

 

a)      Pflegeplanung:

Mit dem Stichtag 15.12.2011 fand in Anlehnung an die zweijährige Erhebung des Landesbetriebes für Information und Technik (IT.NRW) im Rahmen der Bundespflegestatistik die Erhebung des Kreises Soest für die kommunale Pflegeplanung 2012 - 2014 statt. Diese setzte sich aus dem Erhebungsbogen von IT.NRW und einem Zusatzerhebungsbogen des Kreises zusammen.

Die Bestandsdaten sind ausgewertet und befinden sich im Beteiligungsverfahren gem. § 6 Abs. 2 PfG NW mit den Städten/Gemeinden. Nach der Rückmeldung der einzelnen Kommunen werden in den Arbeitsgruppen ambulante und stationäre Pflege der Pflegekonferenz die Handlungsempfehlungen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur erarbeitet, so dass der Bericht zur kommunalen Pflegeplanung im nächsten Sozialausschuss vorgestellt werden kann.

 

 

 

b)      Umsetzung Pflegeberatungsteam:

Zum 01.01.2013 hat das Pflegeberatungsteam mit 2 Pflegefachkräften im Kreis Soest seine Arbeit aufgenommen, um den sozialhilferechtlichen Grundsatz „ambulant vor stationär“ nachhaltig umzusetzen.

 

 


II. Sachdarstellung

 

a)      Pflegeplanung:

 

Bevölkerungsentwicklung

  • seit 2005 nimmt die Gesamtbevölkerung kontinuierlich ab
  • der prozentuale Anteil der über 65 jährigen ist leicht steigend, während ihre absolute Zahl von 2009 auf 2011 geringfügig rückläufig ist
  • die Anzahl der über 80 Jährigen nimmt seit 2005 alle zwei Jahre um etwa 1.000 Menschen zu und auch ihr prozentualer Anteil an der Gesamtbevölkerung steigt stetig

 

In der ambulanten Pflege

  • gibt es 3 neue ambulante Pflegedienste,
  • werden 68 Sachleistungsempfänger mehr ambulant betreut als in 2009,
  • ist ein weiterer Rückgang  der in Pflegestufe 0 eingestuften Sachleistungs-empfänger von 359 in 2007 auf 242 in 2009 und auf 222 in 2011 zu verzeichnen,
  • haben die in Pflegestufe I bis III HF eingestuften Pflegebedürftigen um 176 zugenommen.

 

In der teilstationären Pflege

  • gibt es mit Provita in Ense-Bremen eine neue Tagespflegeeinrichtung,
  • hat die Auslastung der Tagespflegeeinrichtungen von 91% auf 98% weiter zugenommen,
  • hat auch die Nachfrage nach Kurzzeitpflege bezogen auf die geleisteten Pflegetage weiter zugenommen,
  • ist der Anteil der eingestreuten Kurzzeitpflege bezogen auf die geleisteten Pflegetage von 66% in 2007 auf 84% in 2009 und auf 88 % in 2011 gestiegen.

 

In der vollstationären Pflege

 

  • gibt es mit dem Hanse Zentrum in Soest eine neue Einrichtung mit 80 Plätzen,
  • hat der Kreis Soest eine größer werdende Platzzahldichte,
  • bei einer sich seit 2005 verringernden Zahl der Pflegebedürftigen,
  • ist die Anzahl der in Pflegestufe 0 eingestuften Pflegebedürftigen um 15 angestiegen
  • sind 26 % der Plätze von Auswärtigen belegt, während dies in 2009 27% und in 2007 28% waren,
  • sind die freien Plätze von rd. 555 weiter angestiegen auf 689.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

b)      Umsetzung Pflegeberatungsteam:

 

Die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA) hat in 2010 eine überörtliche Prüfung in der Kreisverwaltung durchgeführt. Ein wesentliches Ergebnis dabei war, dass es im Kreis Soest im Gegensatz zu anderen Kreisen einen relativ hohen Anteil an Hilfeempfängern von stationären Hilfen zur Pflege mit der Pflegestufe 0 gibt.

 

Mit Beschluss des Sozialausschusses vom 16.05.2012 wurde die Verwaltung beauftragt, ein Pflegeberatungsteam zu installieren und das vorgestellte Konzept zur Pflegeberatung umzusetzen. Kern-Aufgabe des  Pflegeberatungsteams ist es, alle Pflegebedürftigen der Pflegestufen 0 oder 1 (bzw. mit einer vorläufigen Pflegestufe), die auf Sozialleistungen angewiesen sind, vor der Übernahme der Kosten der stationären Hilfe zur Pflege verbindlich zu beraten und mögliche Alternativen für die pflegerische Versorgung zu prüfen. Am 01.01.2013 haben die neu eingestellten Pflegefachkräfte ihre Arbeit aufgenommen.

 

Bereits in 2012 wurden alle stationären Pflegeeinrichtungen, sowie die Vertreter der ambulanten Dienste im Kreis Soest, über die Einrichtung und die Zielsetzung des erweiterten Beratungsangebots informiert.

 

Zurzeit werden Gespräche mit allen Kliniken im Kreis Soest geführt, um das erweiterte Pflegeberatungsangebot vorzustellen. Die Krankenhäuser werden motiviert, bei Verlegungen in Kurzzeitpflegeeinrichtungen die Pflegeberatung zu informieren, sobald sich eine Mitfinanzierung durch Sozialhilfeleistungen abzeichnet. Diese Gespräche werden mit der Sachgebietsleitung und den Pflegeberatern vor Ort in den Einrichtungen durchgeführt.

 

Darüber hinaus werden die stationären Pflegeeinrichtungen sukzessive weiterhin über die Maßnahmen im Rahmen der Pflegeberatung durch die Pflegefachkräfte informiert. Nach der Erstinformation in 2012 wird somit die Aufmerksamkeit bei den Handelnden erhöht. Ziel ist hier eine zeitnahe Information über neue Bewohner, die den Beratungsservice erhalten sollen.

 

Im Dezember 2012 hat eine gemeinsame Sitzung mit den bisherigen und weiterhin tätigen Trägerunabhängigen Pflegeberatungen im Kreishaus stattgefunden. Im Januar 2013 hat zudem eine Inhouse-Schulung „Sozialhilfe“ für die Pflegefachkräfte, die Mitarbeiter der Trägerunabhängigen Pflegeberatungen und Mitarbeiter der Sozialämter der Gemeinden stattgefunden. Die Pflegefachkräfte stimmen sich in jedem Einzelfall mit den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern der wirtschaftlichen Sozialhilfe ab, um die leistungsrechtliche Aspekte zu berücksichtigen.

 

Nächste Schritte:

 

  • Regelmäßige Sitzungstermine mit den Trägerunabhängigen Pflegeberatungen und den Pflegefachkräften sind abgestimmt
  • Die Bearbeitung des Pflegeatlasses und ein neuer Entwurf des Flyers „Trägerunabhängige Pflegeberatung“ sind abgeschlossen.
  • Beratungsgespräche und gegenseitige Fallabstimmungen mit den TUBS haben bereits stattgefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bisherige Erfahrungen:

 

Beratung Januar 2013

 

Insgesamt wurden 54 Personen beraten, von denen zum Zeitpunkt der Beratung 15 einen Anspruch gem. SGB XII geltend gemacht hatten.

23 Beratungen haben vor Ort bei den Pflegebedürftigen stattgefunden.

 

Die 54 Personen befanden sich zum Zeitpunkt der Beratung in folgenden pflegerischen Situationen:

12 in der eigenen Häuslichkeit ohne weitere pflegerische Unterstützung

18 in der eigenen Häuslichkeit mit bereits ambulanter Pflege

9 in der Kurzzeitpflege

2 in vollstationärer Einrichtung

13 Sonstige (z.B. allgemeine telefonische Beratungen)

 

 

In insgesamt 28 Fällen wurde die weitere pflegerische Versorgung festgelegt.

In 11 Fällen wurde eine stationäre Versorgung vereinbart und die weitere Versorgungsplanung an die stationäre Einrichtung übergeben.

In 17 Fällen wurde eine Maßnahmeplanung für eine ambulante Pflege erstellt.