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Vorlage - 20/2013  

 
 
Betreff: Einführung des Neuen Übergangssystems Schule - Beruf NRW mit Einrichtung einer Kommunalen Koordinierungsstelle für den Kreis Soest
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage - öffentlich
Federführend:Dez. 05 - Jugend, Schule und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung und Integration
06.02.2013 
Ausschuss für Bildung, Integration, Schule und Sport ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss
07.03.2013 
Kreisausschuss ungeändert beschlossen   
Kreistag
21.03.2013 
Kreistag ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1- Absichtserklärung  
Anlage 2-Schreiben_Ministerium  

Der Kreistag beschließt, das Neue Übergangssystem Schule – Beruf NRW mit Einrichtung einer Kommunalen Koordinierung bestehend aus zwei Stellen für den Kreis Soest, zum  01.08.2013, einzuführen, eine entsprechende Absichtserklärung mit dem Land NRW zum Schuljahr 2013/2014 zu unterzeichnen sowie einen Antrag auf Förderung der kommunalen Koordinierungsstelle beim MAIS NRW in Höhe von 50 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben zu beantragen.

 


 

III. Zusammenfassung

 

Für die Berufswahlorientierung fließen aktuell über das Projekt STARTKLAR! für rd. 770 Schüle-rinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 an 8 Hauptschulen, 4 Förderschulen und 1 Gesamtschule rd. 400.000,00 € vom Land in das Kreisgebiet. Das Land beabsichtigt, auf der Grundlage von STARTKLAR, mit Beginn des neuen Schuljahres, ein Neues Übergangssystem zu installieren. STARTKLAR wird mit Schuljahresende entfallen. Fördergelder werden darüber nicht mehr zugeteilt.

 

Sollen Mittel für die Schülerinnen und Schüler im Kreisgebiet erhalten werden, muss eine „Ab-sichtserklärung über die Umsetzung des Landesvorhabens „Neues Übergangssystem Schule – Beruf“ zur kommunalen Koordinierung“ (Anlage 1) unterschrieben werden. Das Land knüpft die Zusage für eine weitere Förderung an die Einrichtung einer Koordinierungsstelle auf Ebene des Kreises, die bis zum Schuljahresbeginn 2013/2014 einzurichten ist (Anlage 2).

 

Die Einführung des Neuen Übergangssystems Schule – Beruf NRW mit einer Kommunalen Ko-ordinierungsstelle in der Region Kreis Soest ist nicht nur maßgeblich für den Erhalt der aktuellen Förderung, sondern auch für eine sukzessive Ausdehnung dieser Fördergelder.

 

Auch der Bund unterstützt das Land NRW bei der Einführung des Neuen Übergangssystems Schule – Beruf NRW bis 2018 mit bis zu 60 Millionen Euro. Angebote zur Potenzialanalyse und Berufsfelderkundung aus dem bisherigen Berufsorientierungsprogramm des Bundes, bekannt als BOP, werden schrittweise ab dem Schuljahr 2014/2015 in das Neue Übergangssystem Schule – Beruf NRW integriert. Somit können auch diese Bundesmittel zukünftig nur über die Einrichtung des neuen Übergangssystems für den Kreis Soest gesichert werden.

 

Allein bei einer sukzessiven Einführung der drei Standardelemente Potenzialanalyse, Berufsfel-derkundung und Portfolioinstrument (z.B. LOGBUCH) im Rahmen des Neuen Übergangssystems Schule – Beruf NRW für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 in der Region kann sich das Fördervolumen von bisher 400.000,00 € mittelfristig auf bis zu  800.000,00 € jährlich steigern.

 

Das Koordinierungsbüro kann bis zu 4 Stellen umfassen, die mit 50% der Personal- und Sach-kosten vom Land gefördert werden. Es wird vorgeschlagen, sich auf 2 Stellen zu beschränken. Diese beiden Stellen müssen bereits im Haushalt 2013 (zum 01.08.2013) eingerichtet werden; in 2013 fallen anteilig Personal- und Sachkosten an. Die Aufgabe der Kommunalen Koordinie-rungsstelle sollte an die vom Land gewährten Förderzeiträume angelehnt und entsprechend zeit-lich befristet werden.

 


IV.Sachdarstellung

 

Zur ausführlichen Sachdarstellung wird ausdrücklich Bezug genommen auf die Informationsvorlage der Sitzung des Schulausschusses vom 04.09.2012 zur Kommunalen Koordinierungsstelle im Neuen Übergangssystem Schule – Beruf NRW.

 

Mit Schreiben vom 24.08.2012 haben das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales sowie das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW die Bedeutung der Einführung des Neuen Übergangssystems Schule – Beruf ab dem Schuljahr 2013/2014 insbesondere für die weitere Förderung von bisherigen Berufsorientierungsmaßnahmen in der Region am Projekt STARTKLAR! deutlich gemacht (Anlage 2).

 

Ab 01.08.2013 wird das Projekt STARTKLAR! durch das neue Übergangssystem Schule – Beruf NRW ersetzt. In ganz Nordrhein-Westfalen soll dieses System flächendeckend für alle weiterführenden Schulen aller Schulformen schrittweise eingeführt werden.

 

Das Schulministerium hat parallel die betroffenen Schulleitungen in der Region sowie die Institutionen, die aktuell bereits koordinierende Aufgaben für STARTKLAR! leisten, entsprechend unterrichtet.

 

Ziel ist es, den Übergang Schule – Beruf zu systematisieren, die bisherigen Vorgaben, Verfahren und Ressourcen anzupassen und dazu unter anderem Standardelemente der Berufs- und Studienorientierung für alle Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 8 an allen Schulen verlässlich einzuführen. Parallel sollen auch die übrigen Elemente der Berufs- und Studienorientierung entsprechend dem Arbeitspapier des Ausbildungskonsenses NRW vom 31.01.2012 schrittweise umgesetzt werden.

 

Der bisher durch unzählige Projekte, Anbieter und Förderer gekennzeichnete Angebotsdschungel soll für die Schulen in strukturierte Standardmaßnahmen der Berufsorientierung überführt werden.

 

Damit dieses Ziel erreicht werden kann, ist aus Sicht der Landesregierung die funktionierende Tätigkeit einer Kommunalen Koordinierungsstelle im Sinne des Beschlusses des Ausbildungskonsenses vom 18.11.2011 unabdingbar. Soweit dies in den Kommunen (Kreisen und kreisfreien Städten) für das Schuljahr 2013/2014 noch nicht sichergestellt werden kann, werden die Förderinstrumente dort nicht bereitgestellt bzw. auch die laufenden STARTKLAR!-Mittel eingestellt.

 

Die laufenden STARTKLAR-Mittel fließen mit dem neuen Schuljahr im Sommer 2013 nicht mehr. Die Fördersumme hier beläuft sich auf rund 400.000,00 € jährlich für aktuell rund 770 Schülerin-nen und Schüler.  Das Neue Übergangssystem Schule – Beruf bietet die Möglichkeit, diese Mittel für die Schulen bzw. die Schülerinnen und Schüler zu erhalten und mittelfristig zu erhöhen.  Auf der Basis der Schülerdaten der Klasse 8 ergeben sich die in der folgenden Tabelle aufgezeigten Fördersummen von insgesamt bis zu rund 800.000,00 € jährlich.


Eine Darstellung des voraussichtlichen Finanzvolumens der Landesförderung dreier Standardelemente im Rahmen des Neuen Übergangssystems Schule – Beruf NRW bei Einführung in der Region Kreis Soest:

 

 

Voraussichtlicher Schülerbestand Klasse 8 im Kreis Soest*

 

 

und vom Land zur Verfügung gestellte Mittel** für 3 von insgesamt 17 Standardelementen

 

 

 

 

 

 

 

 

Anzahl

Potenzial-analyse²

Berufsfeld-erkundung³

Logbuch4

gesamt im Jahr

 

2013

3211

305.045,00 €

481.650,00 €

16.055,00 €

802.750,00 €

 

2014

3321

315.495,00 €

498.150,00 €

16.605,00 €

830.250,00 €

 

2015

3099

294.405,00 €

464.850,00 €

15.495,00 €

774.750,00 €

 

2016

3180

302.100,00 €

477.000,00 €

15.900,00 €

795.000,00 €

 

 

 

1.217.045,00 €

1.921.650,00 €

64.055,00 €

3.202.750,00 €

 

 

 

 

 

 

 

 

*

Quelle: Regionalisierte Schülerprognosen in NRW von IT NRW, Okt. 2010

 

**

Stand Dezember 2012

 

 

 

 

²

pro Schüler/in 95,- €

 

 

 

 

³

pro Schüler/in 150,- €

Bei Durchführung durch Maßnahmeträger

4

pro Schüler/in 5,- €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinzu kommt, dass der Bund im Dezember 2012 angekündigt hat, das Land NRW bei der Einführung des Neuen Übergangssystems Schule – Beruf NRW bis 2018 mit bis zu 60 Millionen Euro zu unterstützen. Angebote zur Potenzialanalyse und Berufsfelderkundung aus dem Berufsorientierungsprogramm des Bundes werden schrittweise ab dem Schuljahr 2014/2015 in das Neue Übergangssystem Schule – Beruf NRW integriert.

 

Das MAIS wird die Kommunale Koordinierung zu folgenden Konditionen fördern:

 

Bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben:

  • Personalausgaben für max. 4 Stellen
  •         Für Sachausgaben gilt ein Förderhöchstbetrag von 15.600,00 € pro Jahr und Stelle.

 

Des Weiteren will das MAIS für fachliche Unterstützung für den Prozess der kommunalen Koordinierung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der G.I.B. und durch regelmäßige Konsultationen vor Ort sowie durch Organisation von Erfahrungsaustausch auf überregionaler Ebene etc. sorgen.

 

Neben den 7 Referenzkommunen (Bielefeld, Dortmund, Mülheim, Städteregion Aachen, Kreise Borken, Siegen-Wittgenstein, Rheinisch-Bergischer Kreis) haben inzwischen 23 weitere kommunale Koordinierungsstellen ihre Arbeit aufgenommen (Bonn, Essen, Leverkusen, Oberbergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Kreise Gütersloh u. Paderborn, etc.) Die restlichen Kommunen können in 2013 gefördert werden. (Quelle: Mitteilungen des G.I.B. NRW vom 21.11. u. 20.12.2012 unter www.gib.nrw.de).

 

Am 12. Dezember 2012 fand die Fachtagung „Übergang Schule – Beruf in der Bildungsregion Kreis Soest“ statt. Die Rückmeldungen zum Thema waren positiv.

 

Nach einstimmiger Entscheidung hat der Lenkungskreis der Bildungsregion Kreis Soest in seiner Sitzung vom 07.01.2013 folgende fachliche Empfehlung abgegeben:

Um flächendeckend für alle Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen aller Schulformen dauerhaft die Angebote und umfänglichen Fördermittel des Landes und des Bundes für ihre Berufsorientierung zu erhalten, sollte das Neue Übergangssystem Schule – Beruf NRW mit einer kommunalen Koordinierungsstelle mit Ablösung der bisherigen Förderprogramme zum Schuljahresbeginn 2013/2014 auch für die Bildungsregion Kreis Soest eingeführt werden.

 

Die kommunalen Vertreter befürworten die Einrichtung eines effizienten „Neuen Steuerungs-systems Schule – Beruf“ äußern sich allerdings kritisch über die anteilige, 50%ige Finanzierung der notwendigen Koordinierungsstelle durch die Kommunen.