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Vorlage - 215/2023  

 
 
Betreff: Logistik- und Versorgungskonzept
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsvorlage - öffentlich
Im Auftrag / In Vertretung:Im AuftragAktenzeichen:37.02
Federführend:37 Feuer- und Katastrophenschutz   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen Kenntnisnahme
20.09.2023 
Sitzung des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen (offen)   

Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Logistik- und Versorgungskonzept  

 

Höhe der gesamten finanziellen Auswirkungen:

 

Produkt: 02.38.10

 

 

Die erforderlichen Mittel sind im Produkt eingeplant.

 

Die erforderlichen Mittel sind teilweise im Produkt eingeplant, eine Deckung erfolgt durch:

 

Die erforderlichen Mittel sind nicht eingeplant.

Erläuterungen:

 


Zusammenfassung

 

Mit der Vorlage 272/2019 hatte die Verwaltung über die Aufgaben des Kreises Soest als untere staatliche Katastrophenschutzbehörde für den Bereich der Versorgung der Einsatzkräfte und der Bevölkerung in Krisen und Katastrophenfällen berichtet und dazu die weiteren konzeptionellen Überlegungen und Beschaffungsvorhaben vorgestellt.

 

Nach verschiedenen, über die Haushaltsjahre verteilten Beschaffungsmaßnahmen wurde zwischenzeitlich das Logistik- und Versorgungskonzept schriftlich finalisiert. Es wird mittels einer Präsentation in der Ausschusssitzung vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sachdarstellung

 

Dem Kreis Soest obliegt als untere staatliche Katastrophenschutzbehörde die Versorgung der Einsatzkräfte und der Bevölkerung in Krisen und Katastrophenfällen für durchschnittlich 300-500 Einsatzkräfte bei Großeinsatzlagen und 1% der Bevölkerung im Kreis Soest.

 

Diverse regionale und überregionale Einsatzereignisse in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass für das Aufgabenfeld Logistik und Versorgung ein grundlegender Bedarf besteht. So resümiert der Gefahrenabwehrbericht 2013 des Landes NRW auf Basis der Erfahrungen des Hochwassers in Ost- und Süddeutschland, dass die Versorgung und Logistik für die eingesetzten Einheiten oft ein Problem waren, da diese teilweise keine eigenen Einheiten hierfür verfügten und daher sehr häufig und aufwändig nachgeführt werden mussten (siehe Gefahrenabwehrbericht NRW 2013 Seite 27).

 

Gerade auch für längere örtliche Schadensereignisse mit einer größeren Anzahl an

eingesetzten Kräften, welche sich aber unterhalb der Schwelle einer Großeinsatzlagen bzw. Katastrophen abspielen, bestehen Vorplanungs- und Handlungsbedarfe. Dieser Handlungsbedarf wurde durch eine statistische Auswertung der Einsatzereignisse unterstrichen, bei denen auch Logistik- und Versorgungseinheiten alarmiert wurden. Der Umstand, dass die zumeist ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zu allen Tageszeiten und aus allen Lebenssituationen zu solchen Ereignissen gerufen werden, hebt die Wichtigkeit

einer Vorplanung im Sinne der Einsatzkräfte auch in diesem Bereich hervor.

 

Die Einsatzkonzepte des Landes NRW gehen auch im überörtlichen Einsatz von einer

eigenständigen Versorgung und Logistik für einen Zeitraum von 4 bis 24 Stunden ab

Eintreffen der Einheit im Schadensgebiet aus. Alarmierungs-, Ausrücke-, Sammel- und

Marschzeiten sind hier noch nicht einkalkuliert. Daher muss von einer autarken Versorgung

und Logistik für einen Zeitraum von 7 bis 28 Stunden ab dem Zeitpunkt einer Alarmierung

ausgegangen werden. Diese Zeitspanne unterstreicht die Wichtigkeit einer Vorplanung in

diesem Bereich. Auch das neu geschaffene Landeskonzept Logistikzug NRW zeigt den

Handlungsbedarf deutlich auf.

 

Neben den zwischenzeitlich vorgenommen Beschaffungen:

 

  • 2 sogenannte Naviöfen zur Zubereitung von Speisen im Jahr 2020
  • 2 Stromerzeuger mit Zubehör (Betankungssets und Stromverteiler) im Jahr 2021
  • 2 Rollcontainer Hygiene im Jahr 2022
  • 2 Rollcontainer zur Aufnahme von den bereits gelieferten Stromerzeugern
  • Lebensmittel für die Versorgung von 300 Personen als Basisversorgung im Jahr 2022
  • Lebensmittel für die Versorgung von 600 Personen als erweiterte Versorgung
    (hier ist durch die Eigenbevorratung für den Blackout eine Möglichkeit geschaffen worden, die Vorlaufzeit zu verringern und die Lebensmittel nicht nur für einen Zweck anzuschaffen)

 

hat eine Arbeitsgruppe, die sich im Kern aus Angehörigen der Hilfsorganisationen, dem THW sowie einigen Mitarbeitenden der Abteilungen 37 und 38 zusammensetzte, zwischenzeitlich die dazu bestehenden Überlegungen in einem Konzept für die logistische Unterstützung und Versorgung im Kreis Soest zusammengeführt.

 

Dieses unter Federführung der Hilfsorganisationen im Kreis Soest zusammengeführte Konzept wird ausdrücklich durch den Kreisbrandmeister unterstützt. Im Hinblick auf die Abgrenzung zu den örtlichen Vorhaltungen (Eigenversorgungskapazität der Feuerwehren) wurde ein Konsens mit den Leitungen der Feuerwehren gefunden.

 

Das der Vorlage angefügte Konzept bildet die Grundlage zur Umsetzung der Zielvorgaben aus der Vorlage 272/2019: Die Versorgung von 300 - 500 Einsatzkräften und 1% der Bevölkerung im Kreis Soest.

 

Beim Großbrand der Firma Westfalenstahl in Wickede im Juni 2023 erfolgte erstmalig eine Alarmierung nach dem Konzept mit nachfolgender praktischer Umsetzung. Im Rahmen einer Einsatznachbesprechung überzeugten im Ergebnis die Stärken dieses Konzeptes und der Vorplanung.

 

In der Sitzung des Ausschusses wird ein Vertreter einer am Konzept beteiligten Hilfsorganisation mit einer Präsentation dazu ergänzend ausführen.