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Vorlage - 121/2022  

 
 
Betreff: Änderung der Zuschlagsregelung sowie der Erstattungsregelungen für Qualifizierungsmaßnahmen von Kindertagespflegepersonen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage - öffentlich
Im Auftrag / In Vertretung:Im Auftrag
Federführend:51 Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
31.05.2022 
8. Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Richtlinien Kindertagespflege  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Der Jugendhilfeausschuss beschließt, dass für eine Übergangszeit bis 31.12.2023 (bisher: 31.12.2022) das 160 Stunden-Curriculum für die Gewährung des Zuschlags von 0,50 EUR pro Stunde an Kindertagespflegepersonen für die Betreuung von 2-jährigen Kindern anerkannt wird. Der Zuschlag wird auch weiter gewährt, wenn der Beginn der Anschlussqualifizierung (QHB) vor dem 31.12.2023 (bisher: 31.12.2022) liegt.

Der Jugendhilfeausschuss beschließt darüber hinaus, dass die Schulungskosten für die Anschlussqualifizierung bereits tätiger Kindertagespflegepersonen grundsätzlich bereits nach Vorlage der Belege erstattet werden können. 

 

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Höhe der gesamten finanziellen Auswirkungen:

 

Produkt:

06.51.10 - Kindertagesbetreuung

x

Die erforderlichen Mittel sind im Produkt eingeplant.

 

Die erforderlichen Mittel sind teilweise im Produkt eingeplant, eine Deckung erfolgt durch:

 

Die erforderlichen Mittel sind nicht eingeplant.

Erläuterungen:

 

 

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Zusammenfassung

 

Die aktuellen Richtlinien über die Förderung von Kindern in der Kindertagespflege gemäß

§ 23 SGB VIII sehen vor, dass Fachkräfte mit einschlägiger Berufserfahrung einen Zuschlag von 0,50 EUR pro vertraglich vereinbarter Betreuungsstunde auch für zweijährige Kinder erhalten. Gleichgestellt sind Kindertagespflegepersonen mit dem Abschluss des aktuellen DJI-Curriculums (QHB). Für eine Übergangszeit bis zum 31.12.2022 wird das 160 Stunden-Curriculum für die Gewährung des Zuschlags von 0,50 EUR pro Stunde anerkannt.

Da während der Corona-Pandemie viele Qualifizierungsfortbildungen nicht stattfinden konnten, soll jetzt der Beschluss gefasst werden, die Übergangsfrist bis zum 31.12.2023 zu verlängern.

Ebenso soll eine Beschlussfassung dahingehend erfolgen, dass der Zuschlag weiter gewährt wird, wenn der Beginn der Anschlussqualifizierung 160+ nach dem Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch (QHB) vor dem 31.12.2023 liegt (bisher: 31.12.2022).

 

Die Kosten für die Anschlussqualifizierung bereits tätiger Kindertagespflegepersonen wurden bisher nach Abschluss der jeweiligen Qualifizierungsmaßnahme in gestaffelter Form erstattet. Zukünftig soll eine Erstattung bereits nach Vorlage der Anmeldebestätigung und der Rechnung erfolgen. Die Kindertagespflegepersonen sollen somit nicht mehr in Vorleistung treten müssen.

 

 


Sachdarstellung

 

Die Höhe des zu leistenden Stundensatzes für die Betreuung von Kindern in der Kindertagespflege richtet sich für die zweijährigen Kinder unter anderem nach der Qualifikation der Tagespflegeperson. Fachkräfte mit einschlägiger beruflicher Erfahrung im Elementarbereich 0-6 Jahre und Qualifizierungen zu speziellen Themen, die mit der Selbständigkeit als Kindertagespflegeperson zu tun haben, erhalten einen Zuschlag von 0,50 EUR pro vertraglich vereinbarter Betreuungsstunde. Gleichgestellt sind Kindertagespflegepersonen mit dem Abschluss des aktuellen DJI Curriculum (QHB). Für eine Übergangszeit bis 31.12.2022 wird das 160 Stunden-Curriculum für die Gewährung des Zuschlags von 0,50 EUR pro Stunde anerkannt. Der Zuschlag wird weiter gewährt, wenn der Beginn der Anschlussqualifizierung 160+ nach dem Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch (QHB) vor dem 31.12.2022 liegt.

 

Infolge der Corona Pandemie konnten sowohl in 2020 als auch in 2021 viele Qualifizierungsmaßnahmen nicht stattfinden. Die bereits tätigen Kindertagespflegepersonen hatten hierdurch nur eingeschränkte Möglichkeiten, eine Anschlussqualifizierung 160+ zu absolvieren. Im Hinblick darauf, dass es eine Anpassung der Qualifizierungsangebote nun auch in Form von Online Kursen gibt, steht interessierten Kindertagespflegepersonen wieder eine Auswahl an Kursen zur Verfügung. Aufgrund der Verzögerungen ist eine Verlängerung der Übergangszeit zur Gewährung des Zuschlags bis 31.12.2023 beabsichtigt. Ebenso soll der Zuschlag weiter gewährt werden, wenn der Beginn der Anschlussqualifizierung 160+ nach dem Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch (QHB) vor dem 31.12.2023 liegt (bisher: 31.12.2022).

 

Die Kosten für die Qualifizierung zu Kindertagespflegepersonen können auf Antrag nach Prüfung im Einzelfall vom Jugendamt erstattet werden. Dies ist eine freiwillige Leistung des Jugendamtes und gilt nur für die Tagespflegepersonen, für die das Jugendamt des Kreises Soest im Sinne des § 87 a SGB VIII zuständig ist.

 

Nach der aktuellen Regelung erhält eine für das Kreisjugendamt bereits tätige Kindertagespflegeperson die Erstattung der Kosten für eine absolvierte Anschlussqualifizierung in 3 Raten. Voraussetzung ist, dass innerhalb eines Zeitraumes von 24 Monaten durchgehend wenigstens ein Kind, welches gegenüber dem Kreis Soest einen Anspruch auf Förderung in der Kindertagesbetreuung hat, von der Tagespflegeperson betreut wird.

 

Diese Regelung kann für bereits tätige Kindertagespflegepersonen eine enorme finanzielle Belastung darstellen. Das Kreisjugendamt Soest möchte daher die Weiterqualifizierung von Tagespflegepersonen dadurch unterstützen, dass diese zukünftig bezüglich der Kosten einer Anschlussqualifizierung nicht mehr in Vorleistung treten müssen.

 

Abweichend von der bisherigen Regelung soll zukünftig eine Erstattung der Kosten bereits bei Vorlage der Anmeldebestätigung für die Qualifizierungsmaßnahme und der Rechnung des Bildungsträgers erfolgen. Sofern die Tagespflegeperson in den 24 Monaten, die dem Monat nach Vorlage der Nachweise über den erfolgreichen Abschluss der Qualifizierung folgen, nicht wenigstens durchgehend ein Kind aus dem Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes Soest betreut, ist sie jedoch zur anteiligen Rückzahlung der Qualifizierungskosten gegenüber dem Kreis Soest verpflichtet. Maßgeblich für den Zeitpunkt der anteiligen Rückforderung ist der Monat, ab dem tatsächlich kein Kind mehr aus dem Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes Soest betreut wird.

 

Sollte ein Kind frühzeitig die Tagespflegestelle verlassen und es so zu einer Lücke in den 24 Monaten kommen, wird auch anerkannt, dass der Platz zur Vermittlung und damit Weiterbelegung zur Verfügung gestellt wird. Als Nachweis gilt hier die Meldung der freien Plätze an die Fachberatung. Wird die Tätigkeit hingegen vorzeitig eingestellt, so ist die bereits erfolgte Erstattung anteilig zurück zu zahlen.

 

Mit der nächsten Überarbeitung der Richtlinien über die Förderung von Kindern in der Kindertagespflege gemäß § 23 SGB VIII werden die oben beschriebenen Änderungen in die Richtlinien übernommen.