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Vorlage - 105/2022  

 
 
Betreff: Empfehlung der Landesjugendämter zu "Gelingensfaktoren bei der Wahrnehmung des Schutzauftrages gemäß § 8a SGB VIII" und "Grundsätze und Maßstäbe zur Bewertung der Qualität einer insoweit erfahrenen Fachkraft"
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage - öffentlich
Im Auftrag / In Vertretung:Im AuftragAktenzeichen:51.10.00
Federführend:51 Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
18.05.2022 
7. Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1 LVR LWL Empfehlungen Gelingensfaktoren Schutzauftrag  
Anlage 2 LWL LVR Empfehlungen Qualifikation insoweit erfahrene Fachkraft  

Die Empfehlungen der Landesjugendämter „Gelingensfaktoren bei der Wahrnehmung des Schutzauftrages gemäß § 8a SGB VIII und „Grundsätze und Maßstäbe zur Bewertung der Qualität einer insoweit erfahrenen Fachkraft“ werden als Grundlage für die Arbeit des Kreisjugendamtes Soest beschlossen.


 

Höhe der gesamten finanziellen Auswirkungen:

 

Produkt:

 

x

Die erforderlichen Mittel sind im Produkt eingeplant.

 

Die erforderlichen Mittel sind teilweise im Produkt eingeplant, eine Deckung erfolgt durch:

 

Die erforderlichen Mittel sind nicht eingeplant.

Erläuterungen:

 


Zusammenfassung

Die Landesjugendämter Westfalen-Lippe und Rheinland haben im Jahr 2020 Empfehlungen zum verbesserten Schutz von Kindern und Jugendlichen herausgegeben. Die Kommunen erhielten gleichzeitig die Aufforderung, diese Empfehlungen als fachliche Standards politisch beschließen zu lassen, so dass diese nun zur Beschlussfassung vorgelegt werden.


Sachdarstellung

Der Schutzauftrag der Jugendämter ist zunehmend in den öffentlichen Fokus gerückt und verlangt zunehmend fachliche Standards. Nach dem „Fall Lügde“ hat das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) des Landes Nordrhein-Westfalen das „Impulspapier zur Diskussion über Maßnahmen zur Prävention, zum Schutz vor und Hilfe bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ erstellt und im Juli 2019 veröffentlicht. Dieses sieht die Vereinbarung fachlicher Empfehlungen zwischen den Landesjugendämtern und den kommunalen Spitzenverbänden als Handlungsgrundlage der Jugendämter für einen verbesserten Kinderschutz vor.

 

Die kommunalen Spitzenverbände und die beiden NRW-Landesjugendämter haben diese Anregung aufgegriffen und miteinander vereinbart, dass die bereits seit dem Jahr 2015 vorliegenden Orientierungshilfen der Landesjugendämter zum Schutzauftrag gemäß § 8a SGB VIII aktualisiert und im Sinne des § 85 Abs. 2 Nr. 1 SGB VIII als Empfehlungen für die örtlichen Jugendämter zur Wahrnehmung dieser Aufgabe veröffentlicht werden.

 

Die vorgenommenen Änderungen umfassen zum einen die redaktionelle Aufbereitung als Empfehlung und eine Aktualisierung der bereits verwendeten Literatur sowie Verweise auf zwischenzeitlich veröffentliche, hilfreiche Materialien. Zudem wurden Ergebnisse der in den letzten Jahren veröffentlichten Untersuchungen und Fallanalysen (z.B. Fallanalysen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH), Ergebnisse der Enquete-Kommission der Hamburgischen Bürgerschaft etc.) aufgenommen, da sie wertvolle Erkenntnisse für gelingenden Kinderschutz liefern. Die Landesjugendhilfeausschüsse des LVR-Landesjugendamtes Rheinlands und des LWL-Landesjugendamtes Westfalen haben sie als Empfehlungen gemäß § 85 Abs. 2 Nr. 1 SGB VIII beschlossen. Beide Ausschüsse haben ihre Beschlüsse mit der Empfehlung verbunden, die beiden Empfehlungen auch in den örtlichen Jugendhilfeausschüssen als Grundlage der Arbeit der Jugendämter beschließen zu lassen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Sorgeberechtigte, Kinder und Jugendliche in allen Regionen Nordrhein-Westfalens auf vergleichbare Qualitätsmerkmale in den Jugendämtern der Arbeit im Kinderschutz vertrauen können.

 

Die Handlungsempfehlung „Gelingensfaktoren bei der Wahrnehmung des Schutzauftrages gemäß § 8a SGB VIII“ (Anlage 1) ist nun mit den aktuellen Verfahrensabläufen des Kreisjugendamtes gem. § 8a SGB VIII abzugleichen. Viele Aspekte der Handlungsempfehlungen sind bereits beim Kreisjugendamt Soest als Standards etabliert, jedoch sind noch weitere fachliche Anpassungen in den Prozessen vorzunehmen.

 

Die Handlungsempfehlung "Grundsätze und Maßstäbe zur Bewertung der Qualität einer insoweit erfahrenen Fachkraft" (Anlage 2) beschreibt die Eckpunkte für die Aufgaben- und Qualifikationsbeschreibung der insoweit erfahrenen Fachkräfte, für die Aushandlung der § 8a SGB VIII-Vereinbarungen mit den Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe in freier und öffentlicher Trägerschaft vor Ort sowie für die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Beratung nach § 8b Abs. 1 SGB VIII.

 

In den bestehenden § 8a SGB VIII-Vereinbarungen sind bereits die Aufgaben- und Qualifikationsbeschreibung der insoweit erfahrenen Fachkräfte beschrieben. Die Prozessqualität ist in Qualitätsdialogen mit den Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe in freier und öffentlicher Trägerschaft zu erörtern und gegebenenfalls anzupassen.


 

Die Empfehlungen zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Beratung nach § 8b Abs. 1 SGB VIII werden bei der aktuellen Überarbeitung zur „Handlungsempfehlung zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes in den Jugendämtern der Städte Lippstadt, Soest, Warstein und des Kreises Soest zur fachliche Beratung und Begleitung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen“ berücksichtigt.

 

Eine gemeinsam mit den Stadtjugendämtern Lippstadt, Soest und Warstein erarbeitete Richtlinie zur Umsetzung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) wird mit Vorlage Nr. 106/2022 zur Beschlussfassung vorgelegt.