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Vorlage - 066/2022  

 
 
Betreff: Ausbildungs- und Studienbedarfe 2023
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage - öffentlich
Im Auftrag / In Vertretung:In VertretungAktenzeichen:18.00.03
Federführend:18 Personalentwicklung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Personal, Organisation und Effizienz Entscheidung
22.03.2022 
Sitzung des Ausschusses für Personal, Organisation und Effizienz ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

 

Der Ausschuss für Personal, Organisation und Effizienz stimmt für das Jahr 2023 der Einrichtung und Einstellung von folgenden 41 Ausbildungs- bzw. Studienplätzen zu:

 

  • 7 Bachelor of Laws (gehobener nicht-technischer Verwaltungsdienst)
  • 5 Verwaltungsfachangestellte*r bzw. Verwaltungswirt*in (mittlerer nichttechnischer Verwaltungsdienst)
  • 2 Kaufmann/- frau für Büromanagement
  • 2 Bachelor of Arts Soziale Arbeit für den Bereich Jugend und Familie
  • 2 Vermessungstechniker*in
  • 1 Vermessungsoberinspektoranwärter*in
  • 1 Straßenwärter*in
  • 1 Fachinformatiker*in
  • 2 Bachelor of Arts Verwaltungsinformatik (nicht-technisch)
  • 1 Bachelor of Science
  • 16 Notfallsanitäter*in
  • 1 Umweltoberinspektoranwärter*in

 

Der Ausschuss für Personal, Organisation und Effizienz stimmt bereits jetzt für das Jahr 2024 der Einrichtung und Einstellung eines Studienplatzes zu:

 

  • 1 Umweltoberinspektoranwärter*in

 

 


 

Höhe der gesamten finanziellen Auswirkungen:

 

Produkt:

 

x

Die erforderlichen Mittel sind im Produkt eingeplant.

 

Die erforderlichen Mittel sind teilweise im Produkt eingeplant, eine Deckung erfolgt durch:

 

Die erforderlichen Mittel sind nicht eingeplant.

Erläuterungen:

 


Zusammenfassung

 

Der Wettbewerb um gute Nachwuchskräfte ist hoch und verschärft sich weiter. Durch den Fachkräftemangel können zudem in vielen Berufsbildern schwerer bereits qualifizierte Mitarbeiter*innen von extern gewonnen werden. Der Kreis Soest hat in den letzten Jahren daher breit gefächert ausgebildet und wird dieses Ziel, auch in der ständigen Entwicklung von neuen Ausbildungs- und Studiengängen, weiterhin verfolgen.

 

r das Jahr 2023 werden insbesondere im Verwaltungsbereich - die Zahlen weiterhin auf einem hohen Niveau gehalten. Die Ausbildung im Bereich der Notfallsanitäter*innen wird weiter ausgebaut. Der Kreis Soest nutzt dabei seine umfangreich aufgebauten Kompetenzen, Personal selber auszubilden. Der Kreis Soest bildet, wie in der Vergangenheit, in der Regel bedarfsorientiert aus.


Sachdarstellung

 

Der Bedarf im Ausbildungs- und Studienbereich der Kreisverwaltung Soest bleibt kontinuierlich auf einem hohen Niveau. Vor 10 Jahren war der Ausbildungsbereich noch für 29 Auszubildende/ dual Studierende verantwortlich. Im Jahr 2021 waren es zum Stichtag mit mehrjährigen Weiterbildungslehrgängen bereits 129 Personen. In dieser Zeit wurde außerdem ein gutes Duzend an neuen Berufsbildern eingeführt. Für diese Entwicklung sind einerseits der demographische Wandel und andererseits der Fachkräftemangel und seine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt verantwortlich. Des Weiteren hat der Kreis Soest ein hohes Interesse an einer internen Ausbildung, damit viele Berufsbilder bedarfsorientiert und näher an der Praxis ausgebildet werden.

 

In den Verwaltungsberufen wurden in den letzten Jahren die Plätze für Bachelor of Laws, Verwaltungsfachangestellte und Verwaltungswirt*innen auf einem kontinuierlich hohen Niveau gehalten. Der Kreis Soest hat damit in diesem Bereich die Kapazitätsgrenze dessen, was in einer vielseitigen, anspruchsvollen und gut begleiteten praktischen Ausbildung möglich ist, erreicht. Es hat sich bewährt, grundsätzlich das Berufsbild Verwaltungswirt*in sowie  Verwaltungsfachangestellte*r parallel auszubilden. Bei den beiden Ausbildungsberufen handelt es sich um ähnlich gelagerte Ausbildungsgänge. Für das Auswahlverfahren ist es erforderlich, eine flexible Handhabung bei der Verteilung der jeweiligen Plätze zu erhalten, um auf die Bedürfnisse geeigneter Bewerber*innen einzugehen. Es besteht die berechtigte Sorge, dass qualifizierte Bewerber*innen in den nächsten Jahren nicht für den Kreis Soest gewonnen werden könnten, weil die Angebote für die Ausbildung zum*zur Verwaltungswirt*in ausgeschöpft sind. Hier ist eine flexible Verteilung auf die Ausbildungsgänge von Vorteil und spricht für die Variabilität des Arbeitgebers Kreis Soest. Mit dieser Verfahrensweise konnten im letzten Jahr bereits gute Erfahrungen gemacht werden.

 

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass verschiedene Bereiche diffizile Anspruchs-voraussetzungen an die Auszubildenden der Kreisverwaltung Soest haben. Auch sind Bereiche von einer hohen Fluktuation betroffen, die applaniert werden müssen.

Um dieser Faktizität Rechnung zu tragen, soll im Jahr 2023 erstmalig der Ausbildungsberuf Kaufmann/- frau für Büromanagement im Bereich des Dezernates 03/ Ordnung, Bau, Immobilien, Kfz und Straßen/ Kfz-Zulassungen und Fahrerlaubnisse eingerichtet und ausgebildet werden.

Dieser Ausbildungsberuf wurde im Jahr 2014 aus drei verschiedenen Ausbildungsberufen (Bürokaufmann/- frau; Kaufmann/- frau für Bürokommunikation, Fachangestellte/r für Bürokommunikation) zusammengefasst. Durch die zu vermittelnden Kernkompetenzen gemäß Ausbildungsrahmenplan ermöglicht der Ausbildungsberuf eine qualifizierte Verwendung im Bereich der Kfz-Zulassungen und Fahrerlaubnisse. Der hohen Flutkation in dieser Abteilung kann damit entgegengewirkt sowie der legitimierten Ansprüche an die Kundenorientierung entsprochen werden. Auch eröffnet der Kreis Soest damit Bewerber*innen mit mittleren Schulabschlüssen einen weiteren, lehrreichen und abwechslungsreichen Ausbildungsberuf.  

 

Der duale Studiengang Bachelor of Arts (Soziale Arbeit) ist in den letzten Jahren standardmäßig in der Abteilung Jugend und Familie angeboten worden. In der Vergangenheit hat er eine große Nachfrage bei Bewerber*in erfahren. Dieses duale Studium lebt von dem hohen Praxisanteil im Vergleich zu einem klassischen Studium und ermöglicht so eine praxisnahe und qualitativ hochwertige Ausbildung.

Der Bedarf an Nachwuchskräften in den letzten Jahren ist kontinuierlich hoch. Somit kann durch die Qualifizierung im Rahmen des dualen Studiums der Nachfrage an Fachkräften aus der Abteilung Rechnung getragen werden.

Die Kapazitäten der DHBW in Heidenheim sind beschränkt. Dies ist aufgrund des hohen Betreuungsaufwandes mit den Kapazitäten in der Fachabteilung Jugend und Familie kongruent. Für das Jahr 2023 sollen daher 2 duale Studienplätze angeboten werden.

Die Zielsetzung aus dem Jahr 2022 ist mit diesem Angebot ebenfalls voll umfänglich erfüllt.

 

Aktuell werden für den dualen Studiengang Bachelor of Arts (Soziale Arbeit) im Bereich Gesundheit zwei Studierende erfolgreich ausgebildet. Aufgrund der fast zweijährigen pandemischen Lage und der damit verbundenen außerordentlichen Aufgabentiefe sieht sich die Abteilung Gesundheit nicht in der Lage, im Jahr 2023 erneut auszubilden, auch um den qualitativen hohen Ausbildungsstandard nicht zu gefährden.

Es ist jedoch angedacht, diesen Studienplatz im Jahr 2024 erneut anzubieten.

 

r die Ausbildungsstelle im Bereich Vermessung sollen im kommenden Jahr zwei Nachwuchskräfte gesucht werden. Auch wenn sich die Ausbildung nicht ausschließlich an tatsächlichen Stellenbedarfen orientiert, besteht der Wunsch, kontinuierlich in diesem Bereich Ausbildungsplätze anzubieten. Bei Ausbildungen über Bedarf wird der Kreis Soest seiner sozialen Verpflichtung als öffentlicher Arbeitgeber gerecht.

 

Das Angebot für die Laufbahn zur/zum Kreisvermessungsoberinspektoranwärter*in soll in dem Jahr 2023 bedarfsorientiert angeboten werden. Hier folgt der Kreis Soest auch dem Wunsch der Bezirksregierung, weiter in diesem Bereich auszubilden. Im Jahr 2021 konnte kein*e geeignete*r Bewerber*in gewonnen werden, sodass im Jahr 2022 eine erneute Besetzung angestrebt wird.

 

Das Berufsbild der Straßenwärter*innen wird nach längerer Pause seit 2020 erfolgreich ausgebildet. Die Ausbildung bietet ein umfangreiches Portfolio an praktischen Handlungsfeldern, deren Einsatz vielfältig ist. Es ist davon auszugehen, dass auch in den nächsten Jahren am Baubetriebshof für dieses Berufsbild Bedarf besteht, auch wenn aktuell eine Ausbildung über Bedarf erfolgt. Hier kommt der Kreis Soest ebenfalls seiner Verpflichtung als sozialer Arbeitgeber nach, auch für den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (Hauptschulabschluss) Ausbildungsberufe anzubieten.

 

Das Berufsbild der Fachinformatiker*innen soll nach einjähriger Pause wieder mit einem Platz besetzt werden. Aktuell orientiert sich auch hier das Angebot nicht an den tatsächlichen Stellenbedarfen der nächsten Jahre. Die fortschreitende Digitalisierung der Verwaltung macht jedoch den Einsatz auch in differenten Bereichen denkbar.

 

Der duale Studiengang Bachelor of Arts Verwaltungsinformatik (nicht-technisch) konnte erstmalig im Jahr 2021 ausgebildet werden. Dieser Studiengang qualifiziert Personal für die Konzeption und Umsetzung von Digitalisierungsprozessen sowie für Schnittstellen zwischen Verwaltung und IT. Erste positive Erfahrungen konnten bereits gesammelt werden. Der Bedarf an einem dualen Studiengang, der diese Verzahnung von Verwaltung und IT bietet, ist hoch, da auch hier ein Einsatz nach erfolgreichem Abschluss dezernatsübergreifend möglich ist. Für das Jahr 2023 sollen zwei Studienplätze angeboten werden. Konkretisiert wird die Anforderung nach einem zweiten Studienplatz durch den Bedarf im Bereich der Schul-IT. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums soll somit im Bereich der Abteilung Schule, Bildung und Integration dem Fachkräftemangel Rechnung getragen werden und der Einsatz dort erfolgen.

Die Verteilung der landesweiten Plätze ist noch nicht erfolgt, der Bedarf aber bereits angekündigt.  

 

Ein weiterer innovativer Studiengang konnte im Jahr 2021 erstmalig ausgebildet werden Bachelor of Science. Der Wunsch der Abteilung IT und Organisation ist es, diesen Studiengang weiter anzubieten, um im kommunalen Vergleich sowie durch den stetigen Wandel im Bereich IT nicht ins Hintertreffen zu geraten. In diesem Studiengang liegt der weit überwiegende Teil der Studieninhalte im technischen Bereich. Er eignet sich sehr gut zur Qualifizierung von Fachkräften und bildet eine gute Basis für spätere Führungskräfte im IT-Bereich.

Eine Verteilung der begehrten Plätze ist hier ebenfalls noch nicht erfolgt. Für diesen Studiengang erfolgt eine Qualifizierung zunächst über Bedarf. Aufgrund der Dauer dieses Studienganges (4 Jahre) ist eine vorausschauende Planung unerlässlich, um den Anforderungen der Kreisverwaltung Soest im Digitalisierungsprozess sowie dem Fachkräftemangel gerecht zu werden.

 

r das Jahr 2022 ist die Anzahl der Ausbildungsplätze zur/zum Notfallsanitäter*in eklatant angestiegen; die Duplizität der Plätze im Vergleich zum Jahr 2020 ist fast erreicht.

Aufgrund der aktuellen Situation und der ständigen Fluktuation im Rettungsdienst des Kreises Soest ist es im Rahmen der Bedarfsplanung erforderlich, die Kapazitäten im Ausbildungsbereich zu erweitern. Dies soll auch dazu dienen, eigene Mitarbeiter*innen weiter zu qualifizieren.

Diese Erweiterung von Ausbildungsplätzen in dem Bereich des Rettungsdienstes wird im Rahmen der Refinanzierung durch die Krankenkassen verwirklicht.

Es ist daher unabweisbar, dass die Erhöhung der Anzahl von Ausbildungsplätzen zum/zur Notfallsanitäter*in der vorherigen Zustimmung des Rettungsdienstbedarfsplanes sowie der Krankenkassen bedürfen. 

 

Die Lehrgangsplätze für den Umweltoberinspektoranwärter*in sind stark frequentiert und müssen bereits Jahre im Voraus reserviert werden. Für das Jahr 2023 konnte die Kreisverwaltung Soest einen Platz auf der Warteliste erzielen, für das Jahr 2024 sogar einen der begehrten Plätze erhalten. Es ist daher erforderlich, perspektivisch auch für das Jahr 2024 die Anzahl der Anwärter*innen und die damit verbundenen Lehrgangsplätze festzulegen.

 

Informativ möchte ich ergänzen, dass die Kreisverwaltung Soest darauf bedacht ist, auch Berufsanfänger*innen Möglichkeiten für einen Start in das Berufsleben zu bieten. Das Angebot für zwei Jahrespraktika in der Heilpädagogischen Kindertageseinrichtung in Katrop (HKTE) und für einen Platz im Traineeprogramm im Bereich Jugend und Familie ist hier seit Jahren ein bewährter Weg. Mit dem Jahrespraktikum in der HKTE in Katrop können junge Menschen ihre Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger*in abschließen und bereits erste Praxiserfahrungen sammeln. Der Platz im Traineeprogramm bietet Absolvent*innen nach dem Studienabschluss im Bereich Soziale Arbeit die Möglichkeit, viele unterschiedliche Bereiche der Abteilung Jugend und Familie kennenzulernen und sich zu orientieren.