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Vorlage - 029/2018  

 
 
Betreff: Folgeteilnahme des Kreises Soest am Prozess des European Energy Award (EEA) 2018 – 2022
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage - öffentlich
Im Auftrag / In Vertretung:In Vertretung
Federführend:61 Planung und Entwicklung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Regionalentwicklung Vorberatung
05.03.2018 
14. Sitzung des Ausschusses für Regionalentwicklung zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz Vorberatung
07.03.2018 
11. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss Vorberatung
15.03.2018 
17. Sitzung des Kreisausschusses ungeändert beschlossen   
Kreistag Entscheidung
22.03.2018 
18. Sitzung des Kreistages ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

Der Kreistag beauftragt die Verwaltung, den Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsprozess des European Energy Award (EEA) für den Kreis Soest in der Folgeförderphase 2018 – 2022 fortzusetzen.

Für den prozessbegleitend vorgeschriebenen und akkreditierten EEA-Berater sind bereitstehende Fördergelder des Landes Nordrhein-Westfalen zu beantragen.

Die Verwaltung bindet die Politik über die „interfraktionelle Arbeitsgruppe European Energy Award“ regelmäßig in den Prozess ein.

 

 


 

Höhe der gesamten finanziellen Auswirkungen:

Kosten gesamt:                    45.696 EUR

Landesförderung gesamt:  31.900 EUR

Eigenmittel gesamt:             13.796 EUR

Eigenmittel / a (gemittelt):     3.449 EUR

Produkt: 09.61.01

Konto: 543.1.000

x

Die erforderlichen Mittel sind im Produkt eingeplant.

 

Die erforderlichen Mittel sind teilweise im Produkt eingeplant, eine Deckung erfolgt durch:

 

Die erforderlichen Mittel sind nicht eingeplant.

Erläuterungen:

 

 


Zusammenfassung

 

Der Kreis Soest wurde im Jahr 2017 nach einem vierjährigen Qualitätsmanagementprozess, als erster Kreis in Südwestfalen, für seine energie- und klimapolitischen Aktivitäten mit dem europaweit anerkannten Zertifikat „European Energy Award“ (EEA) ausgezeichnet.

Dabei erzielte er in den energiepolitischen Handlungsfeldern eine Gesamtbewertung von 56,7% der möglichen Punkte.

 

Durch den EEA-Prozess wurde abteilungs- und akteursübergreifend ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess in Gang gesetzt, um mittels des regelmäßig fortzuschreibenden energiepolitischen Arbeitsprogramms, im Sinne des energiepolitischen Leitbilds des Kreises Soest, weiterhin erfolgreich an Energieeinsparung, Energiekostenreduktion sowie am Ausbau der erneuerbaren Energien im Kreisgebiet zu arbeiten.

 

Die weitere Teilnahme des Kreises Soest an diesem Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsprozess in der Folgeförderphase 2018 – 2022 erfordert einen Teilnahmebeschluss des Kreistags.

Dies ist die Voraussetzung zur Beantragung bereitstehender Fördergelder des Landes Nordrhein-Westfalen für die Prozessdurchführung unter Hinzuziehung eines akkreditierten EEA-Beraters durch die Verwaltung.

 

Die Verwaltung wird die Politik über die „interfraktionelle Arbeitsgruppe European Energy Award“ weiterhin regelmäßig in den Prozess einbinden.
Sachdarstellung

 

Der European Energy Award ist ein europäisches Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für Kommunalverwaltungen. Er bietet eine optimale Möglichkeit, abteilungs- und akteursübergreifend einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Gang zu setzen, um weiterhin erfolgreich an Energieeinsparung, Energiekostenreduktion sowie am Ausbau der erneuerbaren Energien im Kreisgebiet im Sinne einer Steigerung der regionalen Wertschöpfung sowie der Umsetzung und Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes des Kreises Soest zu arbeiten.

 

Der Managementprozess des EEA hilft dabei sowohl bei der transparenten Darstellung sowie bei der Bewertung bereits erfolgter Klimaschutzmaßnahmen und fungiert darüber hinaus als hilfreiches Werkzeug zur Umsetzung zukünftiger energie- und klimarelevanter Maßnahmen im Sinne des energiepolitischen Leitbilds des Kreises Soest.

 

Er dient im Rahmen der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes über das energiepolitische Arbeitsprogramm des Kreises Soest als Controlling- und Steuerungsinstrument unter regelmäßiger Einbindung der Politik über die „interfraktionelle Arbeitsgruppe European Energy Award“.

 

Der jeweils vierjährige Managementprozess gliedert sich dabei in folgende zirkuläre Arbeitsschritte:

 

Ist-Analyse:

Anhand eines Katalogs effizienzsteigernder Maßnahmen werden alle bisherigen und geplanten Aktivitäten des Kreises recherchiert, erfasst und durch einen externen EEA-Berater bewertet.

 

Erarbeitung eines energiepolitischen Arbeitsprogramms (Maßnahmenkatalog):

Basierend auf der Ist-Analyse wird ein verbindlicher Maßnahmenplan für das kommende Jahr erarbeitet und die Umsetzung der Aktivitäten in einem energiepolitischen Arbeitsprogramm festgeschrieben.

 

Umsetzung der Maßnahmen:

Nach Beschluss des energiepolitischen Arbeitsprogramms werden die als prioritär identifizierten Maßnahmen realisiert.

 

Jährliches internes Audit:

Innerhalb eines internen Controllings erfolgt jährlich ein Abgleich der Ist-Analyse und eine Anpassung des energiepolitischen Arbeitsprogramms. Hierdurch werden bisherige Erfolge dokumentiert und neue Ziele vereinbart.

 

Externes Audit / Zertifizierung:

Sobald der Kreis Soest die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt (s.u.), kann dieser die Zertifizierung durch einen externen Auditor beantragen.

 

Auszeichnung:

Ist die Zertifizierung erfolgreich, folgt (je nach erreichter Punktzahl) die Auszeichnung mit dem „European Energy Award“ oder dem „European Energy Award GOLD“.

 

Energie- und klimapolitische Handlungsfelder:

Die genannten Arbeitsschritte wiederum fokussieren sich dabei auf sechs so genannte energie- und klimapolitische Handlungsfelder, auf die der Kreis Soest im Rahmen seiner Zuständigkeiten Einfluss hat.

 

 

 

Diese Handlungsfelder sind:

  1. Entwicklungsplanung, Raumordnung
  2. Kommunale Gebäude und Anlagen
  3. Ver- und Entsorgung
  4. Mobilität
  5. Interne Organisation
  6. Kommunikation, Kooperation

 

In jedem dieser sechs Handlungsfelder können unterschiedlich viele, in Summe maximal 500

Punkte in insgesamt 57 Unterkategorien erreicht werden. Die Maximalpunktzahl wird nach unten korrigiert, sollte der Kreis Soest in Teilen der Handlungsfelder keine originären Kompetenzen / Zuständigkeiten besitzen („Anpassung an lokale Verhältnisse“).

 

Akteure:

Inhaltlich erfolgt die Bearbeitung der zuvor benannten Arbeitsschritte durch das so genannte

„Energieteam“, welches sich aus Personal der Abteilungen der Verwaltung und ggf. der Eigenbetriebe zusammensetzt. Dieses wird durch einen Energieteamleiter geführt und koordiniert.

Begleitend steht dem Energieteam in regelmäßigen Abständen ein externer EEA-Berater zur

Verfügung und unterstützt den Kreis bei der Durchführung des EEA-Prozesses. Zusätzlich führt dieser jährlich die interne Auditierung durch, um den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen bewerten zu können.

 

Zertifizierung:

Bewertet der externe EEA-Berater das Ergebnis mit mindestens 50% der Maximalpunktzahl, wird ein externer Auditor (TÜV Rheinland) zur Durchführung der Zertifizierung beauftragt.

Der externe unabhängige Auditor überprüft und kontrolliert den bis dahin abgelaufenen Managementprozess und gibt in seinem Auditbericht eine Empfehlung zur offiziellen Zertifizierung.

Werden sogar 75% der Maximalpunktzahl erreicht, erfolgt eine Zertifizierung bzw. Auszeichnung mit dem EEA-Gold.

Die Bewertung des Kreises Soest erfolgte am 5. September 2017 mit einer Punktwertung von 56,7%. Somit wurde dem Kreis Soest das Zertifikat erteilt.

 

Finanzierung:

Die Höhe der Teilnahmekosten ist nach Einwohnergröße eines Landkreises gestaffelt. Danach richten sich die Höhe des Programmbeitrages sowie die Zahl der Beratertage (Tagewerke).

 

Mit Stichtag 31. Dezember 2016 lebten nach den statistischen Zahlen auf Basis Zensus 2011 von IT.NRW  301.655 Menschen im Kreis Soest. Zu berücksichtigen gilt es, dass das Land NRW die Teilnahme am EEA mit 69,81% der zuwendungsfähigen Kosten fördert (Folgeförderung).

 

Voraussetzung für eine Förderung ist ein politischer Beschluss zur Durchführung des European Energy Award sowie die Selbstverpflichtung

 

-          zur Bereitstellung des Eigenanteils,

-          zu einer Programmteilnahme von mindestens vier Projektjahren,

-          zum Abschluss einer Vereinbarung über die Teilnahme mit der Geschäftsstelle NRW

(EnergieAgentur.NRW),

-          zur Gründung bzw. Fortführung eines Energieteams,

-          die externen Moderations- und Beratungsleistungen sowie die externe Auditierung nur an für NRW akkreditierte Beraterinnen/Berater und den für NRW akkreditierten Auditor zu vergeben.

 

Nach der zuvor genannten Einwohnergröße betragen die Prozesskosten für den Kreis Soest insgesamt 45.696 EUR.

Davon werden 31.900 EUR vom Land Nordrhein-Westfalen gemäß der oben genannten Förderung bezuschusst.

 

Für den Kreis Soest entstehen über die Förderdauer eigenanteilige Kosten in Höhe von 13.796 EUR.

Gemittelt bedeutet dies jährliche eigenanteilige Kosten in Höhe von 3.449 EUR.

 

Die Anzahl der Tagewerke für die vierjährige Förderdauer beträgt 32 Beratertage.

Diese Beratertage sind entsprechend des Arbeitsaufwandes auf die Förderjahre verteilt. Dementsprechend verteilen sich die jährlichen Kosten:

 

Prozessjahr 1-3 (jeweils):

Gesamtausgaben10.591 EUR

Landesförderung    7.300 EUR

Eigenmittel    3.291 EUR

 

Prozessjahr 4:

Gesamtausgaben13.923 EUR

Landesförderung 10.000 EUR

Eigenmittel    3.923 EUR

 

Die Folgeförderung beträgt vier ganze Jahre nach Datum der Fördermittelbewilligung.