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Vorlage - 024/2018  

 
 
Betreff: Ersatzbeschaffung eines Einsatzleitwagens 2 (ELW 2+)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage - öffentlich
Im Auftrag / In Vertretung:In VertretungAktenzeichen:38 85 11
Federführend:38 Rettungsdienst   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen Entscheidung
27.02.2018 
14. Sitzung des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen (offen)   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

Der Ausschuss für Ordnungswesen und den Rettungsdienst bestätigt die Ersatzbeschaffung des Einsatzleitwagens 2 in der Gestalt eines ELW 2+ und beauftragt die Verwaltung das Vergabeverfahren hierfür vorzubereiten.

 


 

Höhe der gesamten finanziellen Auswirkungen:

1.100.000 € (Invest)

8.000 €/Jahr laufend

Produkt:

02385091 I38.126.0002

x

Die erforderlichen Mittel sind im Produkt eingeplant.

 

Die erforderlichen Mittel sind teilweise im Produkt eingeplant, eine Deckung erfolgt durch:

 

Die erforderlichen Mittel sind nicht eingeplant.

Erläuterungen:

 

 


Zusammenfassung

 

Für den Feuer- und Katastrophenschutz des Kreises Soest steht 2018 die Ersatzbeschaffung des Einsatzleitwagens 2 an.

In der Ausschusssitzung und im Nachgang sind verschiedene Fragestellungen zur Konzeption des Fahrzeugs insbesondere in der Gestalt eines ELW 2+ aufgeworfen und diskutiert worden, die durch die nachfolgenden Ergänzungen und Erläuterungen beantwortet werden.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, das Vergabeverfahren für die Ersatzbeschaffung in der Gestalt eines ELW 2+ bis zur nächsten Ausschusssitzung vorzubereiten.
Sachdarstellung

 

Mit der Informationsvorlage 241/2017 vom 25.10.2017 hatte die Verwaltung und der Kreisbrandmeister in der Sitzung des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen am 14.11.2017 über das Ersatzbeschaffungsverfahren für den Einsatzleitwagen 2 berichtet.

 

In der Ausschusssitzung und im Nachgang sind verschiedene Fragestellungen aufgeworfen und diskutiert worden, die durch die nachfolgenden Ergänzungen und Erläuterungen beantwortet werden.

 

 

Zusatzerläuterungen zum ELW 2+

Warum gibt es eine neue Normung und welche Auswirkungen ergeben sich daraus?

Die alte Norm wurde 2016 / 2017 abgelöst durch eine neue Vornorm ersetzt. Diese DIN  SPEC  - Vornorm 14507 – 3 beschreibt grundsätzlich einen ELW 2, der jetzt in allen Größen als ELW2 bezeichnet wird. Das heißt auch ein ELW 2 der Berufsfeuerwehr Dortmund, welcher vorher als ELW 3/4 bezeichnet wurde, wird nun als ELW 2 bezeichnet.

Die Technologie im Bereich Kommunikations- und Informationstechnik hat sich weiterentwickelt und musste angepasst werden. Zusätzlich wurden Redundanzen mit eingeplant. Die aufgeführten Ausstattungs – Komponenten der neuen Norm machen eine höhere Gewichtsreserve notwendig.

Was heißt eigentlich Plus (+) – ELW 2+?

Das Plus (+) sollte darstellen, dass die bisherige Ausstattung und das Fahrgestell nicht für die erforderlichen Komponenten genutzt werden können bzw. geeignet sind. Der vorhandene ELW 2 ist aufgrund der Gewichtsbilanz nicht dafür zugelassen, eine solche Norm-Ausstattung zu verlasten.

Hierdurch wird keine Zusatzausstattung mit Zusatzkosten beschrieben. Daher sind Mehrkosten auch nicht darstellbar.

Die technische Ausstattung unterhalb der neuen Norm ist fachlich nicht vertretbar, da entweder an der Redundanz oder der technischen Grundausstattung, die einfach technisch vorgegeben ist, gespart werden müsste. 

Wie sieht es in anderen Kreisen und Gebietskörperschaften aus?

Nachbarkreise haben ihren ELW 2 gemäß der alten Norm beschafft und haben bereits gleiche Probleme bzw. werden diese in naher Zukunft bekommen, da die Informations- und Kommunikationstechnik sich rasant weiterentwickelt. Vergleichbare Entwicklungen sind wie bei dem Rettungszentrum erkennbar. Damals waren der Kreis Soest einer der ersten Gebietskörperschaften, die ein Rettungszentrum erstellt haben. Fast alle Kreise planen ein Rettungszentrum oder haben es bereits erbaut. Der Kreis Soest ist bei der Beschaffung des ELW 2 einer der ersten Kreise mit der Ausstattung gemäß neuer Norm. Die Gewichtsprobleme werden überall auftreten, so dass vergleichbare Lösungen unumgänglich sind.

Es gibt in jeder Gebietskörperschaft im Land NRW einen ELW 2, da dies gesetzlich gefordert wird. In NRW verfügen die Berufsfeuerwehren der Kreisfreien Städte über unterschiedliche Lösungen. Die BF Bochum verfügt über einen extralangen und breiten Sonderbus, die BF Dortmund verfügt über eine Aufliegerlösung mit extremen Ausmaßen, die für uns nicht darstellbar ist. Gleiches gilt für andere Berufsfeuerwehren. Die Lösungen wären für uns zu groß und nicht händelbar. Die Lösung der BF Hannover stellt für uns eine vertretbare Lösung und Größe dar. Daher wurde dieses Fahrgestell favorisiert. Dies hängt auch mit der taktischen Maßnahme der BF Hannover zusammen, dass dieses Fahrzeug bereits bei Brand 2 Hannover mitausrückt. 

Einsatzhäufigkeit und Taktik

Bisher wurde der ELW2 2-3 im Jahr in den Einsatz gebracht. Dies soll mit der Anschaffung des neuen Fahrzeugs wesentlich geändert werden. Taktisch sind auf diesem Fahrzeug Leitstellenarbeitsplätze mit untergebracht. Das Fahrzeug soll initial mit Personal von der Leitstelle bei bestätigten Brand 3 o. 4 Lagen, ABC 2 o. 3 Lagen mit erhöhten Koordinationsaufwand und Sonderlagen ausrücken. Hierdurch sollen eine ausreichende Kommunikationstechnik frühzeitig zur Einsatzstelle gebracht werden und eine Verbesserung zwischen Einsatzstelle und Leitstelle erreicht werden. Das Personal wird ergänzt durch Kräfte der Informations- und Kommunikationseinheit (IUK) des Kreises Soest, die im Rendezvous – System dazu fahren. Gemäß der Durchschnittsstatistik gibt es ca. 30 Brandeinsätze der Stufe 3/4 x ABC 2/3 Lagen im Jahr im Kreisgebiet.

So soll eine höhere Einsatzfrequenz und Nutzung sichergestellt werden. Dies ist bedingt durch die technischen Ausfälle, wie bereits vom KBM dargestellt wurde, mit dem jetzigen ELW2 nicht möglich.

Erläuterungen zum Fahrzeug und zur Technik 

Es ist hier notwendig, eine ausreichende Gewichtsreserve einzuplanen. Genau dies ist eine Erfahrung aus der Beschaffung aus dem Jahr 2000, bei der keine ausreichende Gewichtsreserve geschaffen bzw. eingeplant wurde.

Grundsätzlich sollen das Fahrgestell und die Einbauten so konstruiert werden, dass eine spätere Technikauswechselung möglich ist. Gleiches gilt für mögliche Reparaturen oder den Austausch von Komponenten. Durch die Zugangsmöglichkeiten zu der Kabelverlegung, dem Kabelbau, den Serverschränken, der Funktechnik und der Stromversorgung besteht nun die praktische Austauschbarkeit von Komponenten, die in der jetzigen Bauweise nicht möglich bzw. unwirtschaftlich ist.

Die Höhe des Gesamtfahrzeugs im Straßenbetrieb bei Normalstellung der Vollluftfederung, ohne Fahrer und Besatzung, aber inkl. Beladung und technischer Ausrüstung sowie Satellitenanlage jedoch ohne flexible Dachantennen soll max. 3900 mm betragen.

Innenmaße des Aufbaus: Länge min. 8500mm/ Breite min. 2400mm/ Höhe 2000mm. Die Raumhöhe der begehbaren Teile des Aufbaus und im gesamten Bereich eines seitlich ausziehbaren Ausschubes sollen min. 2000mm betragen.

Der Aufbau ist in 3 Räume unterteilt. Kommunikations-/ Funkraum mit Serverschränken, Eingangsschleuse und Besprechungsraum mit Seitenausschub inklusive der notwendigen technischen Einrichtungen und Stauräume.

Im Funkraum, angrenzend zum Schleusenraum, sind die Serverschränke 19“, über die volle Raumhöhe nutzbar, Tiefe min. 900mm, schließbar, transparente zweigeteilte Fronttüren beidseitig. Die Wärmeabführung erfolgt nicht innerhalb des Fahrzeuges (separate Klimatisierung).

 

 

 

 

Nachfolgend Darstellungen zur geplanten Ausführung des ELW 2+

 

Besprechungsraum

Der Besprechungsraum grenzt an den Schleusenraum. Der hintere Teil des Aufbaus / Besprechungsraum soll durch den Einbau eines Seitenausschubes vergrößerbar werden. Die Abmaße hinsichtlich Länge von ca. 4000mm und der seitliche Ausschub von ca. 2000 mm soll sich an den technischen Gegebenheiten bzw. des Besprechungsraumes im Koffer orientieren.

Teilbereich - Besprechungsraum

Arbeitsplatz – Sichter oder Kontaktperson IUK  im Besprechungsraum

 

Bereich der Lagedarstellung – Magnetwand

Besprechungs- Arbeitsbereich – Einsatzleitung

 

 

 

 

 

 

Fahrzeugdarstellung

 

 

 

 


Hinsichtlich der Kosten:

 

  • Investition 1.100.000,-- €
  • laufende Kosten ca. 8.000 €/Jahr

 

haben sich keine Veränderung ergeben.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, zur nächsten Sitzung dieses Ausschusses das Vergabeverfahren für die Ersatzbeschaffung in der Gestalt eines ELW 2+ vorzubereiten.