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Vorlage - 191/2017  

 
 
Betreff: REGIONALE 2025: Sachstand zu den Planungen und Organisations- und Finanzierungskonzept für die Südwestfalen Agentur GmbH in den Jahren 2018-2026
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsvorlage - öffentlich
Federführend:61 Planung und Entwicklung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Regionalentwicklung Kenntnisnahme
05.10.2017 
12. Sitzung des Ausschusses für Regionalentwicklung zur Kenntnis genommen   
Kreisausschuss Kenntnisnahme
12.10.2017 
15. Sitzung des Kreisausschusses zur Kenntnis genommen   
Kreistag Kenntnisnahme
19.10.2017 
16. Sitzung des Kreistages zur Kenntnis genommen   

Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
REGIONALE_2025_Anlage_Eckpunktepapier  

 

Höhe der gesamten finanziellen Auswirkungen:

180.000 € (für 2018)

Produkt:

09.61.01

x

Die erforderlichen Mittel sind im Produkt eingeplant.

 

Die erforderlichen Mittel sind teilweise im Produkt eingeplant, eine Deckung erfolgt durch:

 

Die erforderlichen Mittel sind nicht eingeplant.

Erläuterungen:

 

 


Zusammenfassung

 

Die Landesregierung hat der Region den Zuschlag zur Ausrichtung der REGIONALE 2025 erteilt. Die operative Umsetzung wird im Januar 2018 beginnen.

 

In einem Eckpunktepapier wurden Inhalt, Organisation und Umsetzung der REGIONALE 2025 konkretisiert. Es bietet einen Orientierungsrahmen für die weiteren strukturellen wie inhaltlichen Schritte. Das Organisationskonzept sieht eine Gliederung in zwei Bereiche "Regionalmarketing" und "REGIONALE 2025/ Regionale Entwicklung" vor. Es greift damit eine zentrale Empfehlung aus der Evaluation der Arbeit der Südwestfalen Agentur GmbH vom Mai 2017 auf.

 

Im Finanzierungskonzept ist vorgesehen, im Regionalmarketing den Status-Quo zu sichern. Der jährliche Zuschuss pro Kreis soll daher gleichbleibend bei 80.000 € liegen. Im Bereich der REGIONALE 2025 ist für 2018 ein Betrag von 100.000 € je Kreis vorgesehen, der bis zum Präsentationsjahr 2025 sukzessive bis auf 150.000 € zunimmt. Somit ist für das Jahr 2018 ein Gesamtzuschuss für den Kreis Soest von 180.000 € im Finanzierungskonzept verankert.


Sachdarstellung

 

  1. Ausgangslage

 

a) Grundsätzliches

 

Südwestfalen hat mit seiner Bewerbung um eine weitere REGIONALE überzeugt. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat der Region im März dieses Jahres den Zuschlag zur Ausrichtung der REGIONALE 2025 erteilt, deren operative Umsetzung im Januar 2018 beginnen wird. Das Bewerbungskonzept wurde von allen südwestfälischen Kreistagen und Kommunalparlamenten, den Vollversammlungen bzw. Präsidien der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammer Südwestfalen unterstützt.

 

Mit der vorgeschlagenen Änderung des Gesellschaftsvertrages (siehe Vorlage 184/2017) setzen die Gesellschafter der Südwestfalen Agentur GmbH den inhaltlichen Rahmen für die Umsetzung der REGIONALE 2025 sowie die Fortsetzung des Regionalmarketings.

 

Das beigefügte Eckpunktepapier behandelt Inhalt, Organisation und Umsetzung der REGIONALE 2025 und bietet einen Orientierungsrahmen für die weiteren strukturellen wie inhaltlichen Schritte. Es wurde in der HVB-Konferenz am 05.09.2017 den Bürgermeistern der kreisangehörigen Städte und Gemeinden des Kreises Soest vorgestellt und stieß auf positive Resonanz. Zuletzt wurde es beim Südwestfalen Forum am 14.09.2017 auch öffentlich vorgestellt.

 

Die nachfolgenden Darstellungen konkretisieren diese Informationen. Das Organisationskonzept sieht eine Gliederung in zwei Bereiche "Regionalmarketing" und "REGIONALE 2025/ Regionale Entwicklung" vor. Es greift damit eine zentrale Empfehlung aus der Evaluation der Arbeit der Südwestfalen Agentur GmbH vom Mai 2017 auf und strukturiert die künftigen Aufgabenstellungen des Gesellschaftsvertrages.

 

b) Anforderungsprofile

 

  • REGIONALE 2025

 

Südwestfalen hat mit der REGIONALE-Bewerbung das Ziel formuliert, mit Hilfe der Digitalisierung einen Qualitätssprung für die Strukturentwicklung der Region zu vollziehen und als Modellraum für Nordrhein-Westfalen eine "REGIONALE der nächsten Generation" umzusetzen. Aus dieser Zielsetzung ergibt sich das Anforderungsprofil für die fachlich-inhaltlichen Strukturen und Aufgabenstellungen der Südwestfalen Agentur GmbH als Prozesstreiber und -koordinator.

 

Die personellen Kompetenzen müssen diesen Vorgaben Rechnung tragen. Wie in der REGIONALE 2013 wird es notwendig sein, Themen-Projektmanager zu etablieren, welche in der Schnittstelle zu den Regionale-Beauftragten der Kreise und den Akteuren vor Ort die qualifizierte Ideenfindung und -realisierung vorantreiben. Bei der Projektqualifizierung wird es in der anstehenden REGIONALE darauf ankommen, die fachlichen Aspekte aus den Themen der Bewerbung mit der Schlüsselkompetenz "Digitalisierung" zu verbinden. Hierzu wird es notwendig, das Projektmanagement der Südwestfalen Agentur wie auch die regionalen Akteure insgesamt permanent mit den Möglichkeiten, Entwicklungen und Perspektiven der Digitalisierung vertraut zu machen, Verzahnungen herauszuarbeiten und diese umzusetzen. Das kluge, sich ergänzende Zusammenspiel mit regionalen Einrichtungen und Akteuren, z.B. der Wirtschaftsförderung, ist ausdrückliche Zielsetzung.


 

 

  • Regionalmarketing

 

Das Regionalmarketing für Südwestfalen befindet sich seit jetzt fünf Jahren in der Umsetzung. Aus den ersten Anfängen der konzeptionellen Überlegungen hat sich ein umfassender, erfolgreicher Geschäftsbereich entwickelt. Sowohl die Ergebnisse der Evaluation als auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen im Verein "Wirtschaft für Südwestfalen e.V." (283 per 09/2017) sind Beleg für die gute, Mehrwerte stiftende Konzeption und die damit verbundene Arbeit. Primäres Ziel muss es daher sein, den personellen inhaltlichen Status-Quo zu sichern, um mit finanzieller Unterstützung aus Kreisen und Wirtschaft wirkungsvolle Maßnahmen umzusetzen. 

 

Die Umsetzung der REGIONALE 2025 und die damit verbundene erneute stärkere Präsenz des Themas "Südwestfalen" vor Ort bietet gerade für das Regionalmarketing die Chance, viele Synergien zu nutzen. Dies gilt für Maßnahmen bzw. Aktivitäten ebenso wie auch für die Nutzung gemeinsam getragener "Servicebereiche" für Kommunikation oder Veranstaltungen. Mit der vorgeschlagenen Organisationsstruktur (s.u.) sollen genau diese Möglichkeiten genutzt und Kostenvorteile realisiert werden.

 

  • Organisation insgesamt

 

Über die o.g. Aspekte hinaus muss sichergestellt sein, dass gerade die mit der REGIONALE verbundenen vielfältigen administrativen Arbeiten in hoher Qualität erledigt werden. Es ist zu berücksichtigen, dass während des gesamten REGIONALE-Zeitraumes die Nebenbestimmungen des Zuwendungsbescheides zu beachten sind. Damit verbunden sind die komplexen und finanziell sensiblen Arbeiten im Zuwendungsrecht (Antragstellung, Mittelabrufe, Verwendungsnachweise etc.) und in Vergabeverfahren (bis hin zu EU-weiten Ausschreibungen). Hier gilt es, die Gesellschaft durch kompetentes, umsichtiges Handeln vor Rückforderungen zu schützen.

 

Entsprechend der o.g. Grundstruktur und der geschilderten Anforderungen sollte ein zentraler Bereich "Organisation/Verwaltung" mit Service- und Schnittstellenfunktionen installiert werden. Neben den o.g. Zuwendungs- und Vergabethemen werden hier auch die Bereiche Personal, Controlling und interne Organisation angesiedelt. Die Kosten des Bereiches werden den beiden Geschäftsbereichen entsprechend der Leistungsanteile zugerechnet. Der nachfolgende Strukturvorschlag entspricht diesen Überlegungen. Er wurde im Aufsichtsrat der Südwestfalen Agentur beraten und in der Sitzung am 29.08.2017 einstimmig verabschiedet.

 

Folgende Leitgedanken liegen hierbei zugrunde:

 

  • Wie kann es - auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der REGIONALE 2013 - gelingen, einen wirkungsvollen, nachhaltigen Prozess im Rahmen der REGIONALE 2025 zu gewährleisten, der thematisch-fachliche Breite und digitale Spitze kompetent abbildet?

 

  • Welche Struktur ist notwendig, um die im Regionalmarketing erreichten Mehrwerte für Kreise, Kommunen und Wirtschaft auch in den nächsten Jahren tragfähig abzusichern?

 

  • Wie können Synergien zwischen den Geschäftsbereichen so genutzt werden, dass eine möglichst schlanke, effiziente und kostengünstige Struktur erreicht wird?

 

Folie1

 

c) Finanzierungskonzept der Geschäftsfelder

 

  • Regionalmarketing

 

Um eine grundsätzlich und in der Breite wirksame Stärkung der Wahrnehmung Südwestfalens mit Vorteilen für Kreise, Kommunen, Wirtschaft und Bevölkerung insgesamt zu erreichen, soll im Regionalmarketing der Status-Quo gesichert werden. Es soll über die Fortsetzung der "Alles echt!"-Kampagne und durch imagebildende Maßnahmen (u.a. Sonderbeilagen in überregionalen Medien) sowie strukturwirksame Projekte (z.B. "Heimvorteil", "Willkommen in Südwestfalen") über den einzelnen Ort oder ein einzelnes Unternehmen hinweg wirksam bleiben. Insofern wurde eine Lösung erarbeitet, die eine Grundabsicherung ermöglicht und gleichzeitig sicherstellt, dass die von den Unternehmen (neu) geleisteten Beiträge für Marketing-Aktivitäten genutzt werden können. Folgende Budgetstruktur für die Jahre 2018 - 2026 ist vorgesehen:

 

Bildschirmfoto 2017-08-22 um 16

 

Zur Finanzierung dieser Strukturen liegt folgendes Szenario zugrunde. Einnahmen durch Dritte (z.B. Mitausstellerbeiträge auf Karrieremessen) sind nicht berücksichtigt:

 

  • "Wirtschaft für Südwestfalen e.V.": Steigerung des Gesellschafterzuschusses von 450.000 EUR im Jahr 2018 um jährlich 15.000 EUR p.a. auf 570.000 EUR im Jahr 2026; Gesamtvolumen: 4.590.000 EUR
     
  • SWF-Kreise: Jährlicher Zuschuss von 400.000 EUR p.a. (80.000 EUR p.a. je Kreis); 
    Gesamtvolumen: 3.600.000 EUR

 

 

  • REGIONALE 2025

 

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die bei den REGIONALE-Agenturen notwendigen Sach- und Personalkosten mit Mitteln der Städtebauförderung (70 % Fördersatz). Aufbauend auf dem Eckpunktepapier zur Umsetzung der REGIONALE 2025 in Südwestfalen hat die Geschäftsführung der Südwestfalen Agentur GmbH Gespräche zur Kostenstruktur der Südwestfalen-REGIONALE mit dem zuständigen Fachreferat im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung (MHKBG) sowie der Bezirksregierung Arnsberg geführt.

 

Als Ergebnis kann festgestellt werden, dass das Ministerium bereit ist, den Prozess der REGIONALE 2025 mit bis zu 10 Mio. EUR zu unterstützen und damit eine neunjährige Prozesslaufzeit von 2016 bis 2026 zu sichern. (zum Vergleich: Laufzeit REGIONALE 2013 6,3 Jahre; Förderung 6,6 Mio. EUR). Mit den über das MHKBG zur Verfügung gestellten Mitteln ist (bei entsprechender Co-Finanzierung aus Südwestfalen) eine Finanzierung des REGIONALE-Prozesses gesichert.

 

Parallel erfolgen Gespräche mit dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE), um ergänzende Mittel für eine "Kompetenz-Initiative Digitalisierung" zu akquirieren. Sie sollen dazu beitragen, einen Coaching-Prozess zum Thema "Digitalisierung" innerhalb Südwestfalens zu finanzieren.

 

Die Kostenstruktur für die Umsetzung der REGIONALE 2025 stellt sich wie folgt dar:

 

Bildschirmfoto 2017-08-22 um 16

 

 

Sie bewegt sich damit im Rahmen der REGIONALE 2013, wie hier erkennbar wird:

 

Jahr

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Personal

75.268

425.292

532.875

568.610

625.301

725.235

695.758

Sachkosten

86.504

424.717

288.811

241.154

289.172

326.895

274.432

Öffentlichkeits-

arbeit

 

181.617

 

406.095

 

455.105

 

454.583

 

324.287

 

824.819

 

629.820

Externe
Beratung

 

1.051

 

150.332

 

120.724

 

196.228

 

258.507

 

189.493

 

195.058

GESAMT

344.440

1.406.436

1.397.515

1.460.575

1.497.267

2.066.442

1.795.068

 


 

c) Gesamtfinanzierung

 

Entsprechend der o.g. Ausführungen ergibt sich folgender Finanzierungsvorschlag:

 

Jahr

Zuschuss je Kreis (Kreise gesamt)

Wirtschaft für
Südwestfalen e.V.

REGIONALE 2025

Regionalmarketing

gesamt

Regionalmarketing

2018

100.000 (500.000)

80.000 (400.000)

180.000

450.000

2019

110.000 (550.000)

80.000 (400.000)

190.000

465.000

2020

110.000 (550.000)

80.000 (400.000)

190.000

480.000

2021

120.000 (600.000)

80.000 (400.000)

200.000

495.000

2022

120.000 (600.000)

80.000 (400.000)

200.000

510.000

2023

120.000 (600.000)

80.000 (400.000)

200.000

525.000

2024

150.000 (750.000)

80.000 (400.000)

230.000

540.000

2025

150.000 (750.000)

80.000 (400.000)

230.000

555.000

2026

120.000 (600.000)

80.000 (400.000)

200.000

570.000