Bürgerinformationssystem

Auszug - Personalbemessung in der Leitstelle - mündlicher Bericht durch Herrn Petry / Firma Orgakom  

 
 
Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen
TOP: Ö 2
Gremium: Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 19.09.2007 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 - 19:40 Anlass: Sitzung
Raum: Kreishaus, Sitzungszimmer 1
Ort: Hoher Weg 1-3, 59494 Soest
 
Wortprotokoll

Zunächst weist Frau Schulte-Kellinghaus auf Folgendes hin:

Zunächst weist Frau Schulte-Kellinghaus auf Folgendes hin:

 

Im Hellweg-Radio erfolgte heute ein Hinweis auf diese Sitzung und das Thema Besetzung der Leitstelle. Aufhänger dieser Meldung war ein Hinweis eines Gemeindebrandinspektors aus Juni dieses Jahres im Zusammenhang mit der damaligen Extremwetterlage in der Zeitung „Der Patriot“, dass man notfalls auch direkt beim Feuerwehrgerätehaus Hilfe bekommen kann. Für den nicht konzentriert zuhörenden Hörer könnte der Eindruck entstanden sein, dass es neben der Telefonnummer 112 auch generell Telefonnummern gibt, die parallel angerufen werden können. Dieser Eindruck ist irreführend. Zeitnahe Dispositionen von Rettungsmitteln sind nur durch die Leitstelle möglich, so dass ausschließlich die 112 anzuwählen ist. Alle anderen Wege führen zu Zeitverzögerungen.

 

Herr Süggeler gibt hierzu die Anregung offensiv an die Presse zu gehen.

 

Herr Petri berichtet zum Stand der Untersuchung (s. Anlage 1). Aufgrund von jetzt vorliegendem Datenmaterial soll für 2007 eine differenziertere Analyse vorgenommen werden.

 

Herr Linnemann fragt nach, wie woanders mit besonderen Lagen umgegangen wird und ob freie Kapazitäten der Polizei genutzt werden könnten.

 

Herr Petri verweist auf eine von ihm im Südschwarzwald durchgeführte Studie in der genau die gleichen Gedanken eingeflossen sind. Es ist zu gucken, ob man sich z. B. bei Wetterwarnungen nicht vorbereiten kann, indem das Personal aufgestockt wird. Die Polizei arbeitet fachlich anders. Dispositionsmedien stehen dort nicht zur Verfügung. Das Personal dort hat nicht die fachliche Ausbildung. Es ist sinnvoll, nur eine Anlaufstelle zu haben.

 

Herr Wilmes erkundigt sich, ob es neben dieser besonderen Lage vom 09.06. auch andere Situationen im Kreis gegeben hat, in denen Notrufe nicht bearbeitet worden seien. Herr Petri führt aus, dass es immer Notrufe / Anrufe gibt, die nicht direkt angenommen würden. Selbst wenn die Leitstelle am 09.06. auf allen 9 Plätzen besetzt gewesen sei, hätten drei Notrufe an dem Spitzenzeitpunkt nicht angenommen worden können. Der Bürger versucht in der Regel häufiger  anzurufen. Alle angenommen Notfälle sind bearbeitet worden.

 

Herr Trilling führt aus, dass in der Umstellungsphase auf das neue Arbeitsmodell in der Erprobungsphase eine nicht ausreichende Platzbelegung festgestellt werden sollte. Hierzu sollte eine Statistik geführt werden. Diese Phrase für die Statistik lautete „ Ihre Anfrage kann zur Zeit nicht beantwortet werden.“ Diese Redewendung wurde als Fax an die Feuerwehren gesendet. Diese Fälle sollten nur zur internen Dokumentation aufgelistet werden. Die Phrase war missverständlich und hat zu den Irritationen geführt. Es wurde damit nicht die Sachlage erklärt. Sinn dieser Phrase war einzig, konkrete Fälle der Überbelastung zu dokumentieren. Die genaue Untersuchung durch Herrn Trilling hat ergeben, dass am 09.06 korrekt mit der richtigen Priorität gearbeitet wurde. Die Leitstellendisponenten haben richtig reagiert.

 

Die  Wehren wurden von der Verwaltung aufgefordert mitzuteilen, wo ihre Anforderungen nicht ausreichend bearbeitet werden konnten. Nur von zwei Wehrführen ist eine Rückmeldung erfolgt. Hierbei handelte es sich einmal um eine brennende Mülltonne und einmal um einen vollgelaufenen Keller. Kein Menschenleben war in Gefahr.

 

Frau Schulte-Kellinghaus bekräftigte, dass es rein um eine statistische Erhebung ging.

 

 

 

Frau Korn berichtet von 80 Notrufen, die nicht bearbeitet worden seien. Herr Petri erläutert, dass mit einer solchen Zahl vorsichtig umgegangen werden muss. Handelt es sich um einen Notruf oder um eine Nachfrage der Einsatzkräfte? Ein Notruf ist nicht gleich ein Notfall. Es muss eine Gewichtung vorgenommen werden. Sobald Menschenrettung erforderlich ist, geht diese vor.

 

Frau Schulte-Kellinghaus verweist auf einen ergänzten Auftrag an die Fa. Orgakom, eine neue Auswertung zu erstellen. Dabei wird die Anzahl der Anrufsignalisierungen überprüft. Diese Auswertung ist erst ab Ende 2006 möglich.

 

Frau Korn fragt, wie die Auswertungen für die Wochenenden und die Zeiten mit zwei Disponenten aussehen würden. Dazu hat Herrn Petri kein Datenmaterial vorgelegen. Er wurde beauftragt, die Einsatzlage am  09.06. zu überprüfen. Die Daten waren hierzu von der Leitstelle aufbereitet worden. Weitere Daten werden aufbereitet.

 

Frau Rudat stellt die Frage, ob es keine technische Lösung gibt, dass der Anrufer eine Ansage bekommt, dass ein Anruf nicht sofort angenommen werden kann. Da fast alle Bürger ein Handy hätten sind Mehrfachmeldungen wahrscheinlich. Die technische Lösung ist inzwischen einge-richtet worden. Der erste Anrufer, der in der Warteschleife ist, wird auch als Erster bedient.

 

Herr Nickel bezweifelt, dass es in besonderen Lagen so schnell möglich ist, Personalver-stärkungen zu bekommen. Unter Umständen muss man so etwas in Kauf nehmen, wenn es keine Vorwarnungen gibt. Herr Petri stimmte dieser Aussage zu. Der goldene Mittelweg müsse gefunden werden.

 

Herrn Kemmerzells Feststellung, am 09.06. wäre es ein reiner Glücksfall gewesen, dass der Bootsunfall zuerst disponiert wurde, wird strikt zurück gewiesen. Laut Herrn Petri wird man es nie schaffen, immer alle Notrufe anzunehmen. Es gibt immer Fälle, wo ein Disponent, ein Rettungsmittel zu wenig da ist - bundesweit. Eine hundertprozentige Risikoabdeckung ist nicht möglich.

 

Herr Wilmes richtet den Blick auf die Duplizität in besonderen Lagen. Die zusätzliche Bereit-schaft soll näher untersucht werden. Herr Petri stimmt dem zu. Je nach Ergebnis gibt es dann konkrete Argumente gegenüber den Krankenkassen.

 

Der TOP 6 ist einstimmig mit der Diskussion zu TOP 2 erledigt.