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Auszug - Erfahrungsbericht zur Durchführung der Sprachstandsfeststellung - Frau Offergeld, Herr Kimmel-Groß - mündlicher Bericht  

 
 
Schul-, Kultur- und Sportausschuss
TOP: Ö 2
Gremium: Schul-, Kultur- und Sportausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 17.09.2007 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 Anlass: Sitzung
Raum: Kreishaus, Sitzungszimmer 1
Ort: Hoher Weg 1-3, 59494 Soest
 
Wortprotokoll

Von der Schulamtsdirektorin Frau Offergeld und Herrn Kimmel-Groß wurde über das abgelaufene Sprachstandsfeststellungsverfahren beim Schulamt für den Kreis Soest berichtet

Von der Schulamtsdirektorin Frau Offergeld und Herrn Kimmel-Groß wurde über das abgelaufene Sprachstandsfeststellungsverfahren beim Schulamt für den Kreis Soest berichtet.

 

Die Zusammenarbeit zwischen den Schulträgern, Jugendämtern, den Grundschulen und den Kindertagesstätten hat sehr gut funktioniert.

 

Der Schulleiter der Josef-Grundschule in Lippstadt, Herr Kimmel-Groß, wurde mit 7 Wochenstunden freigestellt. Auch der Kreis Soest hat eine Teilzeitkraft mit 30 Stunden für das Sprachfeststellungsverfahren außerplanmäßig freigestellt. 

 

Insgesamt wurden 3.239 Kinder getestet. In der zweiten Teststufe wurden 1.784 Kinder geprüft. Bei 537 gab es einen Sprachförderungsbedarf (mit 17 % damit deutlich unter dem Landesschnitt).

Fast alle Kinder konnten getestet werden. Die derzeit noch zu testenden ca. 10 Kinder werden in den nächsten Tagen auch geprüft.

 

Probleme gab es bei der verwaltungsmäßigen Durchführung, insbesondere beim Datentransfer. Hier ist unbedingt zu prüfen, ob es nicht möglich ist, die Daten der Städte und Gemeinden direkt zu erhalten. Trotz guter Zusammenarbeit waren die Listen nicht immer identisch und zu unterschiedlichen Stichtagen, so dass es zu Doppelerfassung von einzelnen Kindern kam bzw. auch die einzelnen Schulträgerlisten unterschiedlich ausgefüllt waren.

 

Herr Kimmel-Groß ist optimistisch, dass kein Mahnverfahren eingeleitet werden muss, somit alle zu testenden Kinder auch beim Schulamt für den Kreis Soest überprüft werden konnten.

 

Das Testverfahren wurde durch die Uni Dortmund begleitet. Herr Kimmel-Groß erläuterte das Sprachfeststellungsverfahren. Insbesondere folgende Bereiche wurden geprüft:

 

  • Aktiver Wortschatz (durch Bilderabfragen)
  • Wie viele Worte verstehen die Kinder
  • Satzbildung (einfache bzw. komplexe Sätze)
  • Kennen die Kinder die einzelnen Laute

 

An der anschließenden Diskussion beteiligten sich u. a. Frau Neuhäuser (CDU), Frau Ehresmann (SPD) und Frau Cosmann (CDU). Frau Neuhäuser bemängelte, dass der „Lernspaß“ teilweise nicht ausreichend umgesetzt würde, und bei keinen guten Ergebnissen im Rahmen der Sprachfeststellung ist evtl. eine negative Bildungskarriere für die einzelnen Kinder schon vorprogrammiert. Der Test ist außerdem nach ihren Informationen zu lang und im fremden Umfeld äußern sich 4-jährige nicht immer im ausreichenden Maße.

 

Auch Frau Ehresmann sah beim Test „Besuch im Zoo eine Diskrepanz zu der Wahrnehmung von 4-jährigen Kindern. Bemerkenswert ist, dass in der 1. Stufe sehr viele Kinder für die 2. Stufe festgestellt wurden und danach ein sehr hoher Prozentsatz die 2. Stufe bestanden hat.

 

Herr Kimmel-Groß beantwortete die einzelnen Fragen. Ihm ist nicht bekannt, dass in der 2. Stufe Kinder sich verweigert haben. Die Eltern und auch Erzieher konnten dabei sein und insbesondere bei der zweiten Testphase haben alle Kinder gerne und mit viel Elan teilgenommen.

 

Auf die Frage, ob es sich um ein einheitliches abgestimmtes bundesweites Verfahren handelt, wurde entgegnet, dass andere Verfahren diese Sprachstandsfeststellung bei Kindern zwei Jahre vor der Einschulung nicht erfassen. Auch Fragen bezüglich des Migrationshintergrundes der einzelnen Kinder konnten nicht beantwortet werden, da diese Daten nicht vorliegen.

 

Insgesamt ist festzustellen, dass das Verfahren im Kreis Soest sehr gut gelaufen ist. Die Vorbereitungen für das zweite Verfahren werden im Oktober 2007 starten.

 

Um die Kommunikationsbrüche zwischen den einzelnen beteiligten Institutionen zu reduzieren, wurde von Frau Schulte-Kellinghaus angeregt die Datenschutzproblematik nochmals zu prüfen. Der Transfer der Kinderdaten müsse problemlos durchgeführt werden können. Dies führt zu einer wesentlichen Verwaltungsvereinfachung und beschleunigt das Verfahren.