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Auszug - Neubau eines Geh-/Radweges an der B 229 Delecker Brücke - Torhaus  

 
 
Landschaftsbeirat
TOP: Ö 3
Gremium: Naturschutzbeirat Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 27.05.2008 Status: öffentlich
Zeit: 16:00 - 18:20 Anlass: Sitzung
Raum: Kreishaus, Sitzungszimmer 1
Ort: Hoher Weg 1-3, 59494 Soest
 
Wortprotokoll

Herr Bohlemann vom Landesbetrieb Straßenbau NRW stellt die bereits im November 2007 begonnene Wegebaumaßnahme, die überwiegend in den Straßengrundstücken der B 229 erfolgt, vor

Herr Bohlemann vom Landesbetrieb Straßenbau NRW stellt die bereits im November 2007 begonnene Wegebaumaßnahme, die überwiegend in den Straßengrundstücken der B 229 erfolgt, vor. Er betont, dass der entsprechende Befreiungsantrag am 19.11.2007 bei der Unteren Landschaftsbehörde gestellt worden sei. Für die mit der Baumaßnahme verbundenen Eingriffe sei die notwendige Benehmensherstellung mit der Höheren Landschaftsbehörde bam 16.11.2007 erfolgt.

 

Herr Bohlemann erklärt die Auswirkungen der Wegebaumaßnahme, die getroffenen bzw. noch vorgesehenen Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen, die landschaftspflegerischen Maßnahmen im Trassenverlauf sowie die vorgesehene Ersatzmaßnahme, eine 0,7 ha große Aufforstung innerhalb eines 3 ha großen Grundstückskomplexes nördlich des Möhnesees bei Dreihausen.

Frau Rennebaum ergänzt, dass im vorliegenden Fall nach § 6 Landschaftsgesetz für die Eingriffsbeurteilung grundsätzlich die Zuständigkeit der Höheren Landschaftsbehörde (Benehmensherstellung) gegeben sei.    

 

Frau Dr. Bunzel-Drüke äußert grundsätzliche Bedenken gegen die laufenden Maßnahmen im

1. Bauabschnitt am Südrandweg. Es werde während der Brutzeit in vielfältiger Weise in die Natur eingegriffen, ohne dass die Artenschutzbelange vorher hinreichend untersucht worden seien. Negative Folgen ergäben sich insbesondere für ein Eisvogel- und Haubentauchervorkommen, außerdem werde ein Waldwachtelweizenvorkommen zubetoniert.

Den Vorwurf, einen Eisvogelbrutplatz am Möhnesee zu beeinträchtigen, weist Herr Bohlemann zurück. Dieser werde durch einen Stubbenwall und eine neue Schlehenanpflanzung hinreichend abgeschirmt.

 

Herr Schulze-Schwefe hält es nicht für akzeptabel, dass mit einer derartigen Baumaßnahme im Landschaftsschutzgebiet ohne Beteiligung des Landschaftsbeirats begonnen wurde.

 

Bei 6 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen stimmt der Landschaftsbeirat schließlich mehrheitlich dafür, auf die Einlegung eines Widerspruches gegen die von der Unteren Landschaftsbehörde beabsichtigte Befreiung zu verzichten.