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Auszug - Gutachterausschuss - aktuelle Immoblienmarktentwicklung  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Regionalentwicklung
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Regionalentwicklung Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 02.02.2022 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 - 18:55 Anlass: Sitzung
Raum: Kreishaus, Sitzungssaal
Ort: Hoher Weg 1-3, 59494 Soest
 
Wortprotokoll

Steffen Arnskötter (Geschäftsstellenleiter des Gutachterausschusses im Kreis Soest) erläutert, dass es sich beim Gutachterausschuss um eine Landesinstitution handelt, die beim Kreis Soest angegliedert und für alle Kommunen außer der Stadt Lippstadt zuständig ist. Die Vorsitzende des Gutachterausschusses ist Eva Börger (Abteilungsleiterin Liegenschaftskataster und Vermessung). Die meisten Mitglieder des Ausschusses kommen aus der freien Wirtschaft. In der Geschäftsstelle arbeiten vier Ingenieure und drei Techniker.

 

Die Kernaufgaben der Geschäftsstelle sind die Auswertung der rund 2.800 Kaufverträge pro Jahr, die Erstellung und Präsentation von statistischen Erhebungen und die Erstellung von Verkehrswertgutachten. Durch die statistischen Erhebungen können Grundstücksmarktberichte erstellt werden, deren Daten wiederum z. B. für Verkehrswertgutachten genutzt werden können. Die Immobilienrichtwerte fließen auch in die Internet-Plattform BORIS NRW ein, mit deren Hilfe auch Privatpersonen kostenlos den Wert eines Hauses bestimmen können. Dieser bietet eine Größenordnung für eine erste Einschätzung des tatsächlichen Wertes.

 

Verkehrswertgutachten werden oft bei Erbstreitigkeiten oder bei Scheidungen in Auftrag gegeben, teilweise auch für das Amtsgericht. Die Preisspanne für ein Gutachten fängt bei 2.000 € an.

 

Die anstehende Grundsteuerreform wird voraussichtlich dafür sorgen, dass der Gutachterausschuss stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerät, da der Bodenrichtwert die maßgebende Bezugsgröße ist.

 

Es ist geplant, dass demnächst auch stärker unterjährige Berichte in digitaler Form erstellt werden.

 

Die Preise der Ein- und Zweifamilienhäuser sind extrem angestiegen (z. B. von 2010 bis 2020 um 65 %). In 2021 gibt es kaum noch Objekte im Segment bis 100.000 € und deutlich weniger im Segment bis 200.000 €. Corona scheint keinen Einfluss auf die Anzahl der Käufe zu haben. Die Preise für Ackerland sind ebenfalls eklatant gestiegen (von 2010 bis 2020 um 144 %). Die Anzahl der Käufe sinkt deutlich.

 

Rainer Stratmann (SPD) fragt, ob das Finanzamt auf die Bürger zukommt und um Angaben zu Ihren Immobilien bittet.

 

Steffen Arnskötter erklärt, dass das Ministerium auf die Bürger zukommt. Zusätzlich soll ein Infotelefon bei den Finanzämtern angesiedelt werden.

 

Rainer Stratmann (SPD) fragt, welche Verbindlichkeit ein Verkehrswertgutachten hat.

 

Steffen Arnskötter erläutert, dass es darauf ankomme, wer es in Auftrag gibt. Privatleute wollen es häufig als Basis, um sich dann auf einen Wert zu einigen. Rechtsanwälte legen es gerne als Messlatte an. Gerichte nehmen es fast immer als Grundlage für ihre Entscheidung.

 

Jan Wilhelm Hülsemann (Bündnis 90/Die Grünen) fragt, warum der Gutachterausschuss in Lippstadt mit seinen Verkehrswertgutachten häufig zu niedrig liege.

 

Steffen Arnskötter gibt zu bedenken, dass es fast immer so ist, dass eine Seite der beiden Kontrahenten das Gutachten als zu niedrig einstuft. Darüber hinaus könne er sich kein Urteil über die Arbeit der Geschäftsstelle in Lippstadt leisten.

 

Jan Wilhelm Hülsemann (Bündnis 90/Die Grünen) ergänzt, dass die Häuser, von denen er Kenntnis hat, dann auch tatsächlich zu einem deutlich höheren Preis verkauft wurden als der, der in dem Gutachten stand.

 

CDU-Fraktionsvorsitzender Ulrich Häken fragt, ob die 2.800 Kaufverträge kraft Gesetzes an den Gutachterausschuss geschickt werden.

 

Steffen Arnskötter bestätigt, dass die Notare die Kaufverträge aufgrund eines Gesetzes und immer noch in Papierform an die Geschäftsstelle schicken.

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 220202_Vortrag Gutachterausschuss (639 KB)