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Auszug - Anfrage der Fraktion "Bündnis 90 / Die Grünen": Zustand der Wälder im Kreis Soest nach „Friederieke“  

 
 
11. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz
TOP: Ö 6.1
Gremium: Ausschuss für Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 07.03.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 - 18:45 Anlass: Sitzung
Raum: Kreishaus, Sitzungszimmer 1
Ort: Hoher Weg 1-3, 59494 Soest
060/2018 Anfrage der Fraktion "Bündnis 90 / Die Grünen": Zustand der Wälder im Kreis Soest nach „Friederieke“
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Fraktionsanfrage
  Aktenzeichen:10.24.01
Federführend:70 Umwelt   
 
Wortprotokoll

 

In dem in der Verwaltung am 02. März 2018 eingegangenen Antrag vom 28.02.2018           (s. Anlage im Kreistagsinformationssytem) wird die Verwaltung um einen Bericht über den Zustand der Waldgebiete im Kreis Soest nach dem Sturm „Friederieke“ und eine Einschätzung der sich für den Waldbau ergebenden Konsequenzen gebeten.

 

Der Leiter des Regionalforstamtes Soest-Sauerland, Forstdirektor Edgar Rüther, hat sich auf Anfrage der Verwaltung kurzfristig bereit erklärt, zu diesem Thema im Ausschuss zu referieren. Er erläutert die waldbaulichen Auswirkungen dieses Sturmereignisses und nennt folgende Eckdaten:

 

-          8 – 10 Mio Festmeter Schadholz auf Bundesebene, 2 Mio Festmeter Schadholz in NRW

-          0,150 Mio Festmeter Schadholz im Kreis Soest mit Schwerpunkt Haarstrang/Möhnetal; zum Vergleich „Kyrill“: 0,700 Mio Festmeter Schadholz im Kreis Soest

-          Schadholzverteilung: 95 % Nadelholz, 5% Laubholz; 60 % Privatwald,

30 % Kommunalwald, 10 % Staatswald.

 

Nach Angaben von Edgar Rüther kann die heimische Sägeindustrie mangels Personalkapazitäten nicht sofort alle angefallenen Schadhölzer abnehmen. Alle Bäume mit Bodenkontakt sollen deshalb später aufgearbeitet werden. Da der Holzeinschlag in den vom Sturm nicht betroffenen Staatswaldbereichen vorübergehend eingestellt wurde, hält sich der Einbruch bei den Holzpreisen in Grenzen.

Forstdirektor Edgar Rüther führt weiter aus, dass wegen der Klimaveränderungen zumindest auf öffentlichen Flächen keine reinen Nadelholzaufforstungen mehr erfolgen. Damit sich klimastabile Mischbestände entwickeln können, würden je nach Standort unterschiedliche Baumarten wie Eiche, Rotbuche, Weißtanne oder Douglasie angepflanzt. Wegen der wirtschaftlichen Bedeutung werde auch auf die Fichte nicht völlig verzichtet.

Bei den Förderrichtlinien sei neu, dass auch im Kommunalwald bestimmte Aufforstungen und andere Maßnahmen gefördert werden könnten.

 

Carsten Rocholl schlägt zur Vertiefung dieses Themas eine Ausschuss-Exkursion vor.

Er erkundigt sich nach der Verwendung exotischer Baumarten bei der Wiederaufforstung. Forstdirektor Edgar Rüther erklärt dazu, dass die Geeignetheit derartiger Baumarten derzeit lediglich auf zwei Versuchsflächen, eine davon im Arnsberger Wald, geprüft werde.

 

Hubert Franz Rickert-Schulte hätte sich persönlich gewünscht, dass dieses wichtige Thema nicht so kurzfristig auf die Tagesordnung der Ausschuss-Sitzung gelangt wäre.